Mineralöl-Konzern Esso darf in Thüringen nach Lithium suchen
Der Mineralöl-Konzern Esso darf in Teilen Thüringens Vorbereitungen für die Suche nach Lithium, Mangan und Zink treffen. Die Erlaubnis dazu erteilte am Donnerstag das Landesumweltamt. Konkret geht es um das "Erlaubnisfeld Thüringen-Nord", wie das Umweltministerium mitteilte. Das umfasse teilweise oder ganz die Landkreise Eichsfeld, Nordhausen, Unstrut-Hainich, Kyffhäuser, Sömmerda, Weimarer Land, Gotha, den Wartburgkreis und Ilm-Kreis sowie die Städte Erfurt und Weimar.
Bohrungen frühestens nach zwei Jahren möglich
Laut Ministerium hatten die Gemeinden in der Region während des Antragsverfahrens Gelegenheit, zu dem Vorhaben Stellungnahmen abzugeben. Die Fläche ist den Angaben zufolge rund 4.050 Quadratkilometer groß.
Die erteilte Erlaubnis räume Esso Deutschland in einem ersten Schritt das Recht ein, die geologischen Vorkommen dieser Rohstoffe umfassend zu untersuchen und deren wirtschaftliche Gewinnbarkeit zu prüfen. Die Erlaubnis sei bis zum 21. Oktober 2030 befristet.
Erst wenn die mindestens zwei Jahre dauernden Analysen erfolgreich sein sollten, könnte es dem Ministerium zufolge im zweiten Schritt beispielsweise Bohrungen geben. Dafür wäre aber ein zusätzlicher Plan erforderlich, der genaue Standorte und Verfahren festlegt. Betroffene Gemeinden würden dann erneut beteiligt.
Das Ministerium verweist zudem darauf, dass die erteilte Erlaubnis keine Genehmigung sei, um Bodenschätze zu gewinnen. Das sei ein separates Verfahren. Dabei würden mögliche Folgen für die Umwelt überprüft und die beteiligten Gemeinden geprüft.
Umweltschonende Lithiumgewinnung in Thüringen geplant
Die Lithiumgewinnung in Thüringen soll laut Ministerium perspektivisch im sogenannten Bohrlochbergbau erfolgen, ähnlich der Tiefengeothermie. Dabei werden aus mehreren hundert Metern Tiefe verschiedene Wasser gefördert, die Lithiumanteile enthalten.
Diese werden abgetrennt, während der Rest der Flüssigkeiten wieder in den Untergrund zurückgeführt wird. Das stelle eine besonders umweltschonende Methode dar, um den Rohstoff aus dem Boden zu gewinnen.
Große Lithium-Vorkommen in Thüringen
Lithium ist der Grundstoff für Lithium-Ionen-Batterien. Diese werden in allen möglichen Elektrogeräten verwendet. Bislang kommt der Rohstoff vor allem aus Chile, Australien und China. Weil Deutschland unabhängiger von Importen werden will, werden seit einigen Jahren die eigenen Vorkommen erkundet.
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien, die Anfang des Jahres erschienen ist, schätzt das Vorkommen für ganz Deutschland auf 0,4 bis 26,5 Millionen Tonnen.
Zum Vergleich: Der Bedarf Deutschlands an Lithium wird von Experten bis 2030 auf gerade mal rund 170.000 Tonnen geschätzt. Schwerpunkte des Lithium-Vorkommens in Deutschland sind vor allem das Thüringer Becken und das Norddeutsche Becken.
MDR (cwo/cfr)
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