Kunstverein Dresden gewinnt renommierten Preis der Art Cologne
- Der Kunstverein Dresden wird in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal für seine Arbeit geehrt.
- In seinen Ausstellungen legt er den Fokus auf junge, internationale künstlerische Positionen.
- Für einige der Künstlerinnen und Künstler war Dresden ein Sprungbrett für ihre Karriere.
2025 ist ein gutes Jahr für den Dresdner Kunstverein. Im Juni dieses Jahres mit dem Förderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet, darf sich der Verein nun über einen weiteren Preis freuen: Den ADKV-Art Cologne Preis für Kunstvereine 2025 von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine. Es ist die einzige bundesweit ausgelobte Auszeichnung dieser Art in Deutschland. Für den Verein kam die Nachricht überraschend.
"Ehrlich gesagt, so richtig glauben können wir das alle noch nicht. Es ist schon ein bisschen irrational", gesteht die Vorsitzende des Kunstverein Dresden e.V., Adina Rieckmann. Als Journalistin berichtet Rieckmann beruflich über Kunst – auch für den MDR. Die Auszeichnung des gemeinnützigen Vereins sieht sie auch als Auftrag, weiterzumachen.
Adina Rieckmann (2.v.l.) und der Vorstand des Kunstvereins Dresden freuen sich über gleich zwei Preise in diesem Jahr. Bildrechte: Kunstverein Dresden"Das ist so ein Lob für uns, diese Qualität musst du dann aber auch halten", so Rieckmann. Ein bisschen einschüchternd sei der Gedanke deshalb auch gewesen, meint sie: "Nach dem Motto: Wie schafft man das Tempo, was wir vorgelegt haben, durchzuhalten über eine lange Strecke?"
Mutiger Blick über den Dresdner Tellerrand
Seit der ersten Schau im Jahr 2018 waren in den Galerieräumen am Neustädter Markt bereits 32 Ausstellungen zu sehen. Gegründet 2017, ist der Verein noch vergleichsweise jung, erklärt Rieckmann: "Die anderen Kunstvereine in Deutschland sind alle sehr viel älter." Mit dem Preis der ADKV reiht sich die Vereinigung aus Dresden nun ein in eine Riege etablierter Organisationen, wie den Kunstvereinen in Bonn, Dortmund oder Hamburg.
Wir können sehr viel freier und flexibler agieren als kommerzielle Galerien.
Das unverwechselbare Profil des Dresdner Kunstvereins verdankt sich einem mutigen Blick über den Dresdner Tellerrand. So war von Anfang an klar, dass in den Galerieräumen in Blickweite zum Zwinger und seinen Alten Meistern etwas Konträres zu sehen sein sollte, erzählt Rieckmann. Und zwar junge, internationale Kunstpositionen.
Arbeiten der US-amerikanischen Fotografin Stacy Kranitz wurden in der Ausstellung "These Murdered Old Mountains" gezeigt. Bildrechte: Anja Schneider
Anfangs fehlten noch die Kontakte. Damals entschieden sich die Mitglieder bewusst gegen die Zusammenarbeit mit Kuratorinnen und Kuratoren ausschließlich aus der eigenen Stadt, sondern starteten stattdessen einen Open-Call. "Wir hatten innerhalb von drei, vier Wochen über 80 Einsendungen", erinnert sich Adina Rieckmann: "Und dieser Austausch, der hält bis heute an."
Aktuelle Ausstellung vereint Melancholie mit hintergründigem Humor
Auch die aktuelle Ausstellung mit Werken des österreichischen Bildhauers Tobias Izsó verantwortet mit Eva Slabá eine junge, aufstrebende Kuratorin. Die in Prag lebende Kunstwissenschaftlerin ist von den Werken des 28-jährigen Izsó beeindruckt.
"Wie er mit dem Material umgeht und es versteht, seine Ideen in etwas Physisches umzuwandeln, ist toll", schwärmt Eva Slabá. Für die Ausstellung "The Accountant" im Kunstverein in Dresden hat Slabá vor allem Holzskulpturen ausgewählt. Surreal verfremdete Alltagsgegenstände, die der studierte Fotograf meisterhaft aus dunklem Walnuss- oder Eichenholz schnitzt und mit Fundsachen, wie Papieren oder Stoffen kombiniert. Manche scheinen von den Galeriewänden zu fließen, wie die überdimensionalen Reißverschlüsse, oder sich in Winkeln zu verkriechen, wie ein hölzernes Toupet oder ein undefinierbares Werkzeug. Die Mischung aus melancholischer Weltabgewandtheit und feinem Humor spreche Menschen aller Altersstufen an, ist Slabá überzeugt.
Das habe auch das gemischte Publikum zur Eröffnung bestätigt: "Viele Leute hatten viele Fragen", erzählt die Kuratorin, "es war spürbar, wie interessiert und neugierig die Besucher und Besucherinnen waren."
Gespräch vor den Räumlichkeiten des Kunstvereins Dresden, am Neustädter Markt. Bildrechte: Anja SchneiderWelche Rolle Kunstvereine in der Kulturszene spielen
Kunst zeigen zu können, die ungewohnt, ja vielleicht auch mal sperrig ist – darin sieht Eva Slabá einen großen Vorteil von Kunstvereinen: "Da sie nicht vom Markt abhängig sind, können sie viel freier und flexibler agieren als kommerzielle Galerien und junge, frische Positionen zeigen, die auch mal Fragen aufwerfen."
Der Kunstverein Dresden hat schon einige Sterne am Kunsthimmel aufgehen sehen, die zuvor in der Galerie am Neustädter Markt ausgestellt haben. Der georgische Medienkünstler Vajiko Chachkhiani etwa, der auf der Biennale di Venezia den Pavillon seines Landes bespielen konnte.
Neue Positionen will der Kunstverein Dresden in seinen Ausstellungen präsentieren.Bildrechte: Anja Schneider"Oder Louisa Clement, die im Bundeskunstmuseum ausstellt und danach den Preis der Stadt Bonn erhält. Oder Alina Simmelbauer, die in Leipzig im Bildermuseum einen großen Raum bespielt. "Das ist einfach klasse", freut sich Adina Rieckmann. Gemeinsam mit 132 weiteren Mitgliedern des Kunstvereins Dresden wird sie also auch weiterhin in Dresdens Kunstszene für frischen Wind sorgen.
Angaben zur aktuellen Ausstellung:
"Tobias Izsó – "The Accountant"
kuratiert von Eva Slabá
18.Oktober 2025 bis 10. Januar 2026
Kunstverein Dresden e. V.
Neustädter Markt 8
01097 Dresden
Öffnungszeiten bei Ausstellungen:
Do und Fr 16 bis 20 Uhr
Sa 12 bis 16 Uhr
und nach Vereinbarung
Redaktionelle Bearbeitung: lig
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