Die Gutachter der Krankenkassen hätten den Eindruck, so Gronemeyer gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass in Frauenarztpraxen das sogenannte Babyfernsehen immer noch häufig gegen Bezahlung angeboten werde. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen während der Schwangerschaft im Regelfall drei Ultraschalluntersuchungen und weitere nur bei einer medizinischen Indikation.

Keine Nebenwirkungen bekannt

Wesentlicher Grund dafür sei, dass der Embryo keiner unnötigen Strahlung ausgesetzt werden solle. So zumindest Gronemeyer im Interview. Allerdings handelt es sich hier um Schallwellen. Und es gibt bisher keine Belege für eine mögliche Schädigung. "Alle wissenschaftlichen Untersuchungen wie auch die inzwischen 40-jährige klinische Erfahrung mit der Sonografie haben bestätigt, dass es keine Nebenwirkungen bei den in der medizinischen Diagnostik verwendeten Ultraschall-Energien gibt. Auch die Untersuchung von Schwangeren und Kindern ist risikolos" heißt es bei der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin.

Fötus als schutzbefohlene Person

Bis Ende 2020 konnten darüber hinaus weitere Untersuchungen als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst bezahlt werden. Seit 2021 sind nicht medizinisch begründete Ultraschalluntersuchungen verboten. Die Begründung dafür lautete im Fall der Untersuchung von Schwangeren: "Bei der Anwendung von Ultraschallgeräten zu nicht-medizinischen Zwecken darf ein Fötus nicht exponiert werden." Begründet wurde das damit, dass es sich bei dem Fötus um eine schutzbefohlene Person handele, die der Untersuchung und den damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen nicht zustimmen kann und selber keinen Nutzen aus der Untersuchung zieht, wie das Deutsche Ärzteblatt damals berichtete.

Ultraschall als Extraleistung

Ultraschalluntersuchungen sind ein wichtiger Teil der medizinischen Diagnostik, werden jedoch nicht immer von den Krankenkassen übernommen. Es gibt bestimmte Fälle, in denen Patienten über Ultraschalluntersuchungen als IGeL informiert werden sollten. Dazu gehören beispielsweise Ultraschall der Eierstöcke ohne erhöhtes Erkrankungsrisiko zur Krebsfrüherkennung. Auch PSA-Tests (die auf Prostata-Tumore hinweisen können) sind ohne konkreten Krankheitsverdacht möglich.

Laut Gronemeyer werden pro Jahr mindestens 2,4 Milliarden Euro für IGeL ausgeben. "Das heißt, das ist kein Randphänomen, sondern ein florierendes Geschäft – und das mit Leistungen, deren Nutzen meistens überhaupt nicht nachgewiesen ist."

gp,rnd,mdr aktuell

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