Folgen der Vogelgrippe: Ist die Weihnachtsgans sicher?
- Für die Schlachtung gibt es in Deutschland strenge Regeln. Ein mit der Vogelgrippe infiziertes Tier im Laden zu bekommen, ist deshalb höchst unwahrscheinlich.
- Wer sicher gehen will, sollte bei der Zubereitung die üblichen Hygieneregeln befolgen – insbesondere das Durchgaren des Geflügels.
- Auch die Haltungsform spielt eine Rolle: Freilandtiere sind in der Regeln resistenter als Masttiere.
Erstmal grundsätzlich für alle, die sich Sorgen machen: Bisher sind weltweit keine Übertragungen von Vogelgrippe-Viren über den Verzehr von Lebensmitteln auf den Menschen bekannt, erklärt Reimar Johne, Leiter der Fachgruppe "Viren in Lebensmitteln" beim Bundesinstitut für Risikobewertung.
Schlachtregeln: Erkrankte Tiere im Handel unwahrscheinlich
Übertragungen seien bislang nur bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren aufgetreten. Auch dass man ein erkranktes Tier im Handel kauft, hält Johne für unwahrscheinlich.
Ganz ausschließen lasse sich das aber nicht: "Gänse zeigen in der Regel nach der Infektion mit den Vogelgrippe-Viren Krankheitssymptome. Tiere, die Erkrankungssymptome zeigen, dürfen generell nicht geschlachtet werden und gelangen deswegen eigentlich nicht in die Lebensmittelkette. Es kann aber natürlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass Tiere, die zum Beispiel gerade erst in der Inkubationszeit sind – also bevor die Tiere Krankheitsanzeichen zeigen –, dass diese in die Lebensmittelkette gelangen."
Zur Sicherheit: Hygieneregeln bei der Zubereitung beachten
Johne rät deshalb allen, die eine Gans gekauft haben, die gängigen Hygieneregeln einzuhalten: Hände waschen, rohes Geflügel getrennt von anderen Lebensmitteln verarbeiten und das Fleisch immer gut durcherhitzen. Mindestens zwei Minuten lang sollten an allen Stellen 70 Grad erreicht werden.
Haltungsform: Freilandtiere resistenter als Masttiere
Um sich sicher zu fühlen, sollten Kundinnen und Kunden aber auch auf die Haltungsform achten, betont Dieter Kuhr. Er ist Landesvorsitzender der Rassegeflügelzüchter in Sachsen-Anhalt und sagt: "Unsere Tieren sind eigentlich widerstandsfähiger. Die fressen zum großen Teil Gras, haben einen großen Auslauf, können sich frei bewegen und haben natürlich dadurch ein größeres Immunsystem. Die Tiere, die man meistens in den Kaufhallen zu kaufen kriegt, sind Masttiere. Die werden generell in Stallungen großgezogen, die kriegen Kraftfutter, damit sie innerhalb kurzer Zeit Gewichstzunahme haben. Da ist das Immunsystem natürlich ziemlich niedrig."
Dadurch könnten sich Vogelgrippe-Viren auch schneller übertragen. Doch Gänsezüchter Lorenz Eskildsen bleibt entspannt. Ihm gehört ein Stall in Wermsdorf in Sachsen. Er sagt, bei ihm gebe es keinen Bestand, der nicht regelmäßig getestet werde. Eine Übertragung hält auch er deshalb für unwahrscheinlich und für Menschen ungefährlich.
Gekeulte Tiere: Gefahr für andere Vögel, aber nicht für Menschen
Bleibt die Frage: Wenn es ungefährlich ist – warum werden gekeulte Tiere dann nicht gegessen? Das habe mit der möglichen Ausbreitung des Virus zu tun, sagt Eskildsen: "Man will natürlich nicht kranke Tiere durch die Gegend fahren. Produkte aus diesen Tieren sind dann infektiös für andere Vögel und wenn man die in Drittländer fährt, dann kann das durchaus sein, dass man damit eine Infektion auslöst in anderen Geflügelbeständen, dass sich das Virus so vermehrt. Aber auf den Menschen ist das nicht übertragbar."
Wir halten fest: Die Weihnachtsgans gilt als unbedenklich – also guten Appetit.
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