• Online-Anbieter von Lebensmitteln konnten ihre Umsätze deutlich steigern.
  • Auch Trend-Produkte sorgen für einen Anstieg bei Lebensmittel-Bestellungen im Internet.
  • Viele Menschen bestellen aufgrund der Bequemlichkeit den täglichen Bedarf im Netz.

Immer mehr Menschen in Deutschland kaufen Produkte des täglichen Bedarfs im Internet. Laut einer Umfrage von YouGov bestellen 15 Prozent der Deutschen mindestens einmal in der Woche Produkte wie etwa Lebensmittel online. Das Online-Bestellvolumen sei im vergangenen Jahr um voraussichtlich mehr als 10 Prozent gestiegen, berichtet das Handelsforschungsinstitut IFH Köln.

Damit wächst der Bereich der sogenannten Fast Moving Consumer Goods (FMCG) mehr als doppelt so schnell wie der gesamte Online-Handel. Der starke Anstieg geht vor allem auf Lebensmittel zurück, sie machen mehr als die Hälfte der Online-Erlöse bei FMCG aus.

Unterschiede bei Anbietern

Zu den größten Online-Anbietern bei Lebensmitteln gehören Rewe und Picnic. Die Lebensmittelkette Rewe bietet auch Click & Collect an, also eine Online-Bestellung mit eigener Abholung in der Filiale. Berücksichtigt man nur Lieferungen nach Hause, ist Picnic der Spitzenreiter in Deutschland. 2025 konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben beim Umsatz um mehr als 30 Prozent zulegen. In mehr als 250 Städten können sich Kunden von Picnic mit Lebensmitteln beliefern lassen.

Auch Anbieter wie Flaschenpost, Flink oder Knuspr liefern bis an die Haustür. Unterschiede gibt es bei den Lieferbedingungen, wie etwa beim Mindestbestellwert. Je nach Nachfrage werden Lieferungen nach nur wenigen Tagen angeboten, teilweise auch noch am selben Tag.

Ökonom: Online-Handel mit Lebensmitteln hat großes Potenzial

Doch der Online-Handel mit Lebensmitteln biete immer noch lukrative Aussichten, sagt Hansjürgen Heinick vom Forschungsinstitut IFH. Der Marktanteil sei immer noch vergleichsweise gering, während der Onlinemarkt bei Elektronik oder Mode als gesättigt gilt. Großes Potential gebe es beispielsweise bei Menschen im Rentenalter, die den Komfort von Haustürlieferungen noch schätzen lernen könnten.

Zudem entwickeln sich Lebensmittel teilweise zu Lifestyleprodukten. Trend-Produkte, Neuerscheinungen oder Genussideen tauchen vermehrt in den sozialen Medien auf. Solche Waren sind häufig ausschließlich online erhältlich.

Wer nutzt Online-Bestellung von Lebensmitteln und warum?

21 Prozent der Befragten der YouGov Umfrage bestellen mehrmals im Monat ihren täglichen Bedarf im Internet. Am häufigsten werden Körperpflege-, Kosmetik- und Hygieneprodukte bestellt, gefolgt von Haushaltswaren und Lebensmitteln.

Für viele Menschen sei vor allem der Faktor der Bequemlichkeit ein springender Punkt, so Heinick vom IFH: "Nicht zu unterschätzen ist dabei die Zeitersparnis und auch, dass die Ware mitunter in die dritte Etage bis zur Wohnungstür geliefert wird." 42 Prozent der Befragten wollen Wege zum Geschäft, 36 Prozent wollen Menschenmengen vermeiden. Auch Preisvergleiche und die Produktauswahl spielen bei vielen Nutzern eine Rolle.

Zudem, so Heinick, verbreiteten sich Lieferdienste regional immer mehr, sodass die Nachfrage ansteige. Schnelle Verfügbarkeit und flexible Lieferoptionen träfen dabei zusätzlich den Nerv.

dpa/Statistisches Bundesamt (thw)

Weiterführende Links

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  • 10. Dezember 2025300 Jobs geplant: Neuer Lieferdienst Picnic in Ostdeutschlandmit Audio

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