Mehrheit der Deutschen fordert stärkere Verteidigungsfähigkeit
Wachsende Sorge vor militärischen Konflikten
62 Prozent der Befragten befürchten einen militärischen Konflikt zwischen Russland und einem Nato‑Staat, 42 Prozent sorgen sich konkret vor einem direkten Konflikt zwischen Deutschland und Russland auf deutschem Boden. Noch stärker wirkt die persönliche Ebene: 40 Prozent der Menschen rechnen damit, selbst von einem solchen Szenario betroffen zu sein. Gleichzeitig halten rund 70 Prozent eine höhere Wehrhaftigkeit Deutschlands für "wichtig“ oder "sehr wichtig“.
Breite Zustimmung für konkrete sicherheitspolitische Maßnahmen
Die Ergebnisse zeigen: Die Zustimmung beschränkt sich nicht auf abstrakte Zielsetzungen – auch konkrete Schritte erhalten breite Unterstützung. Besonders gefragt ist der personelle Ausbau der Bundeswehr: 60 Prozent sprechen sich für mehr Soldatinnen und Soldaten aus. Ebenso viele unterstützen ein entschiedeneres Vorgehen gegen hybride Bedrohungen wie Sabotage, Desinformation oder politische Einflussnahme.
Es finden sich Mehrheiten in der Bevölkerung für einen personellen Ausbau der Bundeswehr, ein entschiedeneres Vorgehen gegen hybride Angriffe und eine gemeinsame europäische Armee.
Auch europäische Ansätze finden Mehrheiten. 55 Prozent befürworten die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Armee. Zudem sprechen sich zwei Drittel der Befragten für eine intensivere Zusammenarbeit in der europäischen Verteidigungs‑ und Sicherheitspolitik aus – ähnlich hohe Zustimmungswerte gelten für den Zivilschutz sowie eine gemeinsame Außen‑ und Wirtschaftspolitik.
Bei der Wiedereinführung der Wehrpflicht zeigt sich eine relative Mehrheit: 49 Prozent unterstützen sie, 27 Prozent lehnen sie ab. Ebenso findet ein verpflichtender Gesellschaftsdienst Zuspruch, während eine Ausweitung der deutschen Militärhilfe für die Ukraine deutlich umstrittener ist.
Mehr Geld für Verteidigung – aber durch Umschichtungen
Einen klaren Stimmungsumschwung zeigt die Frage nach der Finanzierung: 70 Prozent halten Verteidigungsausgaben von mindestens 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für angemessen. 40 Prozent sprechen sich sogar für fünf Prozent oder mehr aus. Wie diese Ausgaben finanziert werden sollen, ergibt jedoch ein differenziertes Bild: 59 Prozent bevorzugen Umschichtungen innerhalb des bestehenden Haushalts. Besonders der Bereich "Soziale Sicherung“ wird von 83 Prozent der Befragten als zu umfangreich eingeschätzt. Zusätzliche Staatsverschuldung wird nur von einem Viertel unterstützt, Steuererhöhungen sogar lediglich von 16 Prozent.
Die kürzlich beschlossene Ausnahme der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben trifft hingegen nur auf eine relative Mehrheit von 38 Prozent.
Ein klarer Reformwille
Insgesamt zeichnen die Daten ein deutliches Bild: Die deutsche Bevölkerung nimmt sicherheitspolitische Bedrohungen ernst und unterstützt sowohl nationale als auch europäische Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Insgesamt spiegeln die Ergebnisse einen klaren Reformwillen zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wider und lassen Rückschlüsse auf mehrheitsfähige Verteidigungspolitiken in der Bevölkerung zu.
Besonders bemerkenswert ist laut den Forschenden, dass die Zustimmung nicht nur abstrakt, sondern hinsichtlich konkreter Maßnahmen sowie ihrer Finanzierung ausgesprochen klar ausfällt. Die Forschenden sehen darin ein wichtiges Signal für politische Entscheidungsträger, sicherheitspolitische Reformen gesellschaftlich breit abzusichern.
Links/Studien
Die Erhebung wurde zwischen Juli und September 2025 durchgeführt. 3.297 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren nahmen teil. Davon wurden 1.095 zufällig ausgewählte Antworten für die Untersuchung genutzt.
Die Studie ist auf den Seiten des ifo-Instituts erschienen. Sie finden Sie hier als pdf: Gefahr im Verzug Was die deutsche Bevölkerung über Russlands militärische Aggression und deutsche Sicherheitspolitik denkt
gp,pm,copilot
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke