Erkältungswelle steigt wieder an – auch die Grippe nimmt Fahrt auf
Schnee und kaltes Winterwetter treiben Menschen in geschlossene Räume. Wenig überraschend herrschen dort häufig gute Bedingungen für Atemwegserreger. Das schlägt sich auch in den Zahlen neuer Infektionen nieder: Das Robert Koch-Institut schätzt, dass sich in der Woche bis zum 1. Februar bundesweit rund 7,4 Millionen Menschen neu angesteckt haben. Das sei für die Jahreszeit ein übliches hohes Niveau, so das RKI in seinem Wochenbericht.
Abwasser- und Labordaten zeigen Trend: Grippewelle nähert sich wohl erst ihrem Höhepunkt
Obwohl in den virologischen Stichproben aktuell vor allem Influenza-A-Viren gefunden werden, zeigen andere Messwerte, dass die Grippewelle noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Seit dem Jahreswechsel waren unter anderem die Influenza-Nachweise im Abwasser der 70 untersuchten deutschen Kläranlagen zurückgegangen. Aktuell steigen die Werte dort aber wieder.
Ein ähnliches Bild ergibt sich aus den Laboruntersuchungen. Sie bestätigten vergangene Woche rund 25.000 Ansteckungen mit Grippeviren. In der zweiten Januarwoche wurden dort noch 21.000 Infektionen gezählt. Damit zeigt sich im Verlauf der vergangenen vier Wochen ein leichter, aber kontinuierlicher Anstieg.
Sachsen meldet frühen und starken Anstieg: Subklade K treibt Grippe bei Kindern besonders an
Anders sieht die Situation in Sachsen aus. Dort betreiben die Behörden ein eigenes Stichprobensystem. Hier zeigte sich schon in der vorletzten Januarwoche ein deutlicher Anstieg der Influenza-Nachweise um 16 Prozent. Betroffen seien alle Altersgruppen, am häufigsten aber die Klein- und Schulkinder. Die sächsischen Gesundheitsämter registrieren einzelne Ausbrüche in Altenheimen, Krankenhäusern, Kindereinrichtungen, zunehmend aber auch in Schulen.
Die genetischen Analysen des RKIs bestätigen weiterhin das Bild der vergangenen Woche. Demnach zirkulieren bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen derzeit vor allem Viren vom Typ Influenza A (H3N2). Dort ist dieses Jahr ein neuer Untertyp unterwegs, die sogenannte Subklade K. Sie macht zwar nicht schwerer krank als andere Untertypen des Virus. Aber da die Oberfläche der Viruspartikel leicht verändert ist, können sie nicht so gut von Antikörpern erkannt werden, die der Körper bei vorherigen Infektionen oder einer Impfung aufgebaut hat.
Bei den Erwachsenen in der Altersgruppe 35 bis 59 Jahre zirkulieren außerdem Viren vom Typ Influenza A (H1N1) pdm09. Dabei handelt es sich um einen Nachfahren der Schweinegrippe von 2006. Gegen diese Viren schützen die diesjährigen Grippeimpfstoffe recht zuverlässig, zeigen die bisherigen Labortests.
Kliniken weiter moderat belastet: Vor allem Kinder betroffen – Corona spielt kaum noch eine Rolle
In den meisten Krankenhäusern ist die Situation aktuell laut dem Wochenbericht moderat. Derzeit kommen vor allem Schulkinder im Alter von 5 bis 14 Jahren mit schweren Influenza-Verläufen in die Kliniken. Das für Kinder gefährliche RSV-Virus wird zwar ebenfalls nachgewiesen, allerdings deutlich seltener.
Sars-CoV-2 spielt dagegen aktuell kaum eine Rolle. Bei den Stichproben des Sentinelsystems tauchte es nur in einem Prozent der Proben auf. Bundesweit wurden vergangene Woche nur 2.500 Infektionen durch Labore bestätigt.
Links/Studien
- Robert Koch-Institut: Wochenbericht Atemwegsinfektionen vom 4. Februar 2026, (PDF)
- Landesuntersuchungsanstalt Sachsen: Influenza Sentinel für die Kalenderwoche 4, 2026 (PDF)
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