Nebelwerfer und Leuchtmunition: Wie Rheinmetall aus dem Harz die NATO versorgt
- Der Rüstungskonzern Rheinmetall investiert große Summen in sein Werk im Harzgeroder Ortsteil Silberhütte. Vor allem für den Export soll hier die Produktion angekurbelt werden.
- Hergestellt wird vor allem militärische Pyrotechnik. Auch die Mithras-Rakete, bekannt aus dem James Bond-Film "Skyfall", wird in Silberhütte produziert.
- Für den Landkreis Harz ist die Investition eine gute Nachricht – zumal die Herstellung von Pyrotechnik hier Tradition hat.
In Rot, Grün und Weiß explodieren die Leuchtpatronen in der Luft, sie gehören zu den pyrotechnischen Produkten, die Rheinmetall hier im Harz fertigt. Die Patronen könnten 100 Meter hoch steigen und hätten ungefähr acht Sekunden Leuchtzeit, wie Danilo Glampe, zuständig für die Qualitätssicherung, erklärt.
Wie an den Berg geschmiegt liegt das Werk, mehr als 60 Höhenmeter Unterschied sind es zwischen den einzelnen Bereichen. Daran vorbei schnauft die Selketalbahn. 300 Beschäftigte produzieren hier Treibladungsanzünder, Leuchtpatronen, Übungsmunition, Nebelwerfer.
Rheinmetall will stark in Silberhütte investieren: Vor allem Export wichtig
Rheinmetall will in Silberhütte im nächsten Jahr 30 bis 40 Millionen Euro investieren, die Mitarbeiterzahl um bis zu 150 aufstocken, Konzernchef Armin Pappberger erklärt: "Die Bundesrepublik Deutschland und Minister Pistorius sagen: Ihr müsst Gas geben, wir wollen die Kapazitäten hier mindestens verdoppeln, wenn nicht verdreifachen."
Ein Großteil der Produkte werde exportiert, fügt Pappenberger hinzu: "Wir gehen davon aus, dass der Bedarf der Bundeswehr größer wird, dass unsere Produkte, die wir hier in der Silberhütte fertigen, auch von der Bundesrepublik die Qualifikation haben und somit dann die Produktion erweitert werden kann und neue Produkte herkommen."
"James-Bond-Rakete" für NATO-Staaten kommt aus Silberhütte
Am Standort Silberhütte wird vieles von Hand gefertigt – Pyrotechnik ist höchst empfindlich, die Arbeit trotz technischer Hilfsmittel recht fein. Einzeln werden Teile montiert.
Nächste Station ist ein langer Flachbau aus Backstein, er ist unterteilt in etwa ein Dutzend separate Fertigungsräume, an den Türen steht das Zeichen für Explosionsgefahr. Hier entsteht die Mithras, eine Leuchtrakete, die eine Weite von bis zu einem Kilometer erreicht. Sie wird von mehreren Nato-Staaten genutzt. Die Leuchtrakete hatte aber auch schon einen Auftritt bei James Bond. Der eine oder andere mag sich vielleicht an das Inferno aus Skyfall erinnern. Vorgeführt wird sie in Silberhütte allerdings nicht.
Sprengstoff hat im Harz Tradition – und hilft der Wirtschaft im Landkreis
Stattdessen geht es weiter mit dem Bus über eine kurvenreiche, steile Bergstraße in die Höhe, auf 395 Metern. Fast alle Bauten auf dem knapp 50 Hektar großen Gelände stammen aus DDR-Zeiten, der jüngste Komplex wurde Mitte der 80er-Jahre fertiggestellt.
Dass Rheinmetall hier erweitern will – für den Landkreis Harz eine wichtige Entscheidung, sagt Landrat Thomas Balcerowski von der CDU: "Wir sind ein Landkreis, der stark von der Automobil-Zulieferindustrie geprägt ist, die Automobilindustrie insgesamt ist in der Transformation. Insofern müssen wir neue Arbeitsplätze schaffen, um weiterhin den Menschen hier ein Zuhause zu geben, Lohn und Brot. Seit 1790 wird hier pyrotechnisch gearbeitet, diese Entwicklung geht jetzt weiter."
Seit 1790 wird hier pyrotechnisch gearbeitet, diese Entwicklung geht jetzt weiter.
Zurück zur Vorführung – sozusagen als kleine Reminiszenz an Sachsen-Anhalt werden zum Abschluss Farb-Signale gesetzt, man könnte es als farbigen Nebel bezeichnen. Wegen der Landesfarben in Gelb und Grün.
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