Die südliche Verschiebung führt dazu, dass die Auswirkungen in den tschechischen Orten rund um Eger deutlich intensiver ausfielen als im sächsischen Kerngebiet des Vogtlands. Während die Bewohner in Tschechien, vor allem rund um das Epizentrum Milhostov (deutscher Name: Mühlessen) teilweise schwankende Gegenstände meldeten, nahmen viele Menschen auf deutscher Seite die Erdstöße primär akustisch wahr. Das für die Region typische, tiefe Grollen war dabei vielerorts das prägnanteste Anzeichen für die Prozesse in der Tiefe.

Insgesamt zeigt die Auswertung der Fachleute eine beachtliche Frequenz der Ereignisse. Vom Seismologie-Verbund Mitteldeutschland wurden insgesamt 24 Beben mit Magnituden oberhalb von 0,5 registriert (Stand 9.2. 13 Uhr). Den Höhepunkt erreichte die Serie am Sonntagnachmittag: Um 16:38 Uhr wurde das stärkste Beben mit einer Magnitude von 2,3 gemessen. Dazu kamen die für so einen Schwarm typischen vielen "Mikro-Beben", die nicht einzeln ausgewertet wurden.

Fluide als Auslöser der Erschütterungen

Hinter dem Phänomen stecken magmatische Prozesse, die tief unter der Erdoberfläche ablaufen. In etwa zehn Kilometern Tiefe steigen mineralhaltige Wässer und Gase auf, die in den tektonischen Bruchzonen wie ein Gleitmittel wirken. Durch diesen Druckabbau entstehen keine einzelnen, schweren Beben, sondern die für das Vogtland charakteristischen Schwarmserien.

"In den ersten drei Stunden brachte der Schwarm bereits 14 Erdbeben über Magnitude 1, das stärkste mit Magnitude 2,2", schreibt Erdbebenforscher Jens Skapski auf seiner Seite erdbebennews.de mit Blick auf die dynamische Anfangsphase des Sonntags. Das spätere Ereignis am Nachmittag übertraf diesen Wert dann nochmals leicht. Die Verortung bei Milhostov ist deshalb bemerkenswert, weil die Aktivität damit an den Randbereich der üblichen Schwarmbeben-Zonen rückt. Für die Forscher bietet das wertvolle Daten über die Ausdehnung der unterirdischen Kanäle, durch die die Fluide nach oben wandern.

Obwohl die Zahl der automatisch detektierten Kleinstbeben in die Hunderte ging, ist die Lage für die Bevölkerung unbedenklich. Solche Serien können manchmal über Tage oder sogar Wochen anhalten, flachen jedoch häufig so schnell ab, wie sie begonnen haben. Experten beobachten nun genau, ob die Aktivität bei Milhostov eine "Eintagsfliege" bleibt oder ob die Erde in der Region in den kommenden Tagen weiter arbeitet.

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