Leuchtenburg bekommt bald einzigartiges Kunstwerk
- In Reichenbach tüfteln der Künstler Alim Pasht-Han und die dortige Porzellanmanufaktur gemeinsam an einer Wandinstallation.
- Das Kunstwerk ist inspiriert vom Erdreich unter der Leuchtenburg und erinnert an schlummernde Schätze im Boden.
- Mit dem Abschluss der Bauarbeiten im Sommer soll an der Burg ein neues Kaptiel starten.
Ein riesiger Wandteppich soll es einmal werden – 13 mal zweieinhalb Meter groß – mit eingearbeiteten Porzellangebilden. Die Kombination Porzellan und Wolle klingt vielleicht verrückt, ist aber machbar, sind die befreundeten Künstler Alim Pasht-Han und Murat Haschu überzeugt. Beide stammen aus dem Nordkaukasus, leben und arbeiten auch in Deutschland. Alim Pasht-Han beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit dem Werkstoff Porzellan.
Die Künstler Alim-Pasht-Han (l.) und Murat Haschu (r.) arbeiten gemeinsam an dem Wandteppich. Direktorin Ulrike Kaiser freut sich auf das fertige Kunstwerk. Bildrechte: Anke PrellerPorzellankunst aus Thüringen brach bereits Weltrekorde
Für das Projekt arbeitet er mit der Porzellanmanufaktur Reichenbach zusammen – experimentierfreudige Partner, mit denen Alim Pasht-Han in der Vergangenheit schon die weltgrößte Porzellanvase ertüftelt hatte: Acht Meter hoch, zusammengesetzt aus 360 kunstvoll bemalten Porzellanwaben, ist sie seit 2015 in der Porzellanwelten-Schau auf der Leuchtenburg zu bewundern.
Nun arbeitet er wieder in Reichenbach, wo die phantasievollen Porzellangebilde für die Wandinstallation entstehen. Die schneide er aus einer Porzellanplatte, erklärt der Künstler, ganz ohne Entwurf: "Das mache ich alles roh."
Künstler Alim Pasht-Han hat schon zuvor mit Porzellan gearbeitet und dabei einen Weltrekord aufgestellt. Bildrechte: Anke PrellerIm Anschluss werden komplizierten Elemente, teils sternenförmig oder mit kristallinen Strukturen, mit flüssigem Kobalt glasiert und gebrannt. Nach diesem Brennen entsteht die schöne blaue Farbe. Die Gebilde werden meist in mehreren Teilen gebrannt, denn nur so passen sie in Kammeröfen, sagt Annett Geithe, die mit ihrem Mann die Porzellanmanufaktur führt. "Das ist eben der Vorteil von einer Manufaktur, dass man künstlerischen Objekte wie von Alim in solchen Öfen mitbrennen und auch an Einzelteilen arbeiten kann."
Berg der Leuchtenburg inspirierte Kunstwerke
Während in Reichenbach die etwa 30 zerbrechlichen Teile des Teppichs entstehen, arbeitet Murat Haschu in seinem Atelier in Halle an der textilen Oberfläche. Er nutze die sogenannte Tuftingtechnik, um die farbigen Wollgarne auf ein gespanntes Trägermaterial zu bringen. Das sehe zwar aus wie handgeknüpft, erklärt er, allerdings sei die Arbeit mit der Tuftingpistole deutlich schneller: "Das ist ein bisschen wie Malerei mit Wolle. Da hat man viel mehr Freiheit, finde ich."
Das wird der Hingucker schlechthin!
Inspiriert hat die Künstler ein geologischer Schnitt am Berg der Leuchtenburg, der die sonst verborgenen farbigen Schichten aus Buntsandstein und Muschelkalk sichtbar macht. Genau die wollen sie mit ihrer riesigen Wandinstallation nachempfinden, wobei die Porzellangebilde in der farbigen Teppichfläche wie im Berg schlummernde Schätze wirken.
In der Leuchtenburg werden neben Thüringer Porzellan auch Sammlungsobjekte aus der Burggeschichte ausgestellt.Bildrechte: IMAGO / Funke Foto ServicesEs entstehe die Illusion, dass der Berg unterirdisch bis hinein in die Talstation reiche, so die Direktorin der Leuchtenburg, Ulrike Kaiser. Für die Besucherinnen und Besucher werde das ein echter Blickfang sein, prophezeit sie: "Das wird der Hingucker schlechthin. Es ist auch gleich eine Einstimmung auf die Porzellanwelten und auf das Spannende, was sich um und in dem Berg befindet."
Neues Kapitel der Burggeschichte startet im Sommer
Voraussichtlich im Juni wird der großformatige Wandteppich in der Talstation installiert. Bis dahin haben die Künstler noch gut zu tun. Und auch die Arbeiten am Burgberg gehen voran.
Die Kabine des neuen Aufzugs steht schon auf dem Gleis. Aktuell dürften aber noch keine Personen mitfahren, erklärt Kaiser bei MDR KULTUR, weil erst noch die technische Abnahme erfolgen müsse. "Das ist ja für uns auch ein ganz neues Kapitel in der Burggeschichte." Die Gäste können dann planmäßig ab Sommer das neue Wandbild bestaunen und den Aufzug nutzen.
Quellen: MDR KULTUR (Anke Preller)
Redaktionelle Bearbeitung: az
Weitere Informationen zur Leuchtenburg
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: 9:00 bis 18:00 Uhr
November bis März: 10:00 bis 17:00 Uhr
Ticketpreise:
Erwachsene: 16,50€
Ermäßigt: 12,50€
Senioren: 15,50€
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke