• Knapp jeder zweite Befragte sieht die Freiheit der Satire eingeschränkt.
  • Aus Sicht der Mehrheit sollten persönliche Schicksale nicht in satirischer Form aufgegriffen werden.
  • Der Großteil der Befragten denkt, dass Satire zum Erhalt der Meinungsfreiheit beiträgt.

Gerade in Zeiten hitziger Debatten wird immer wieder darüber diskutiert, wie weit Satire gehen sollte und gehen darf. In einem aktuellen Stimmungsbild des MDR-eigenen Meinungsbarometers MDRfragt ist die Meinung zur Freiheit der Satire geteilt.

So haben 47 Prozent der Befragten das Gefühl, dass diese derzeit eingeschränkt ist. 45 Prozent teilen diese Einschätzung jedoch nicht.

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Vergleicht man das Antwortverhalten der Befragten je nach Altersgruppe, zeigt sich, dass vor allem die 30- bis 49-Jährigen sowie die 50- bis 64-Jährigen die satirische Freiheit derzeit eingeschränkt sehen. Von den jüngsten und zugleich den ältesten Befragten wird dieser Eindruck hingehen nicht mehrheitlich geteilt.

Zudem variiert das Antwortverhalten auch je nach Geschlecht der Befragten. So sehen die männlichen Befragten die Freiheit der Satire deutlich eher eingeschränkt, als es bei den weiblichen Befragten der Fall ist.

Unterschiedliche Argumente in den Kommentaren

Warum die Befragten die Satire derzeit in ihrer Freiheit eingeschränkt sehen, erläutern sie in den Kommentaren. So schreibt zum Beispiel Stefan (69) aus dem Landkreis Zwickau: "Die satirischen Freiheiten werden hauptsächlich durch fehlende Toleranz in allen Bereichen behindert. Jeder fühlt sich angegriffen und reagiert entsprechend heftig."

MDRfragt-Mitglied Clara (26) aus dem Landkreis Greiz kommentiert hingegen: "Satire ist freier denn je. Und das ist eine gute Sache. Aber nur weil man alles sagen darf, heißt das nicht, dass man alles sagen sollte. Mir ist es zuwider, wenn es gegen die Schwachen der Gesellschaft geht. Ich finde, dass der Anspruch von Satire darin bestehen sollte, sich mit den Mächtigen des Landes anzulegen und nicht noch nach unten zu treten."

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Persönliche Schicksale gelten mehrheitlich als Tabuthema

Während gut ein Drittel der Befragten der Meinung ist, dass Satire alle Themenbereiche behandeln sollte, würde die Mehrheit der Befragten hingegen eine Grenze bei persönlichen Schicksalen ziehen. Aus Sicht einiger sollten zudem auch die Themen Krieg und Religion nicht in satirischer Form aufgegriffen werden.

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Darüber hinaus zeigt sich, dass Befragte, welche die Freiheit der Satire derzeit nicht eingeschränkt sehen, dieser wiederum deutlich häufiger Grenzen setzen würden, als es bei Befragten der Fall ist, welche die satirische Freiheit derzeit als eingeschränkt empfinden.

Satire: ein Beitrag zur Meinungsfreiheit?

Grundsätzlich sind vier von fünf Befragten der Ansicht, dass Satire als solche zum Erhalt der Meinungsfreiheit beiträgt. Nur wenige Befragte sind anderer Meinung.

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Das Für und Wider in den Kommentaren

Wie auch bei Jörg (60) aus dem Salzlandkreis, liest man in den Kommentaren der Befragten immer wieder, dass die durch Satire angestoßenen Debatten durchaus positiv bewertet werden. Er schreibt beispielsweise: "Ja, Satire trägt aus meiner Sicht wesentlich zum Erhalt der Meinungsfreiheit bei, da sie Missstände humorvoll aufzeigt, zum Nachdenken anregt und den offenen gesellschaftlichen Diskurs fördert."

Thomas (54) aus Erfurt sieht das hingegen völlig anders. Er meint: "Satire ist oft verletzend und beleidigend. Wir beklagen uns immer über den respektlosen Umgangston und die mangelnde Toleranz. Oft überschreitet Satire die Grenzen und stellt gerade Politiker als Idioten hin. Dann wundert man sich, wenn viele Bürger Politiker als Idioten bezeichnen. Satire ist nicht die Ursache für die Spaltung der Gesellschaft, aber sie macht sie auch nicht kleiner."

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Über diese Befragung

Bei der Befragung „Alles nur Satire?“ vom 15. bis zum 29. Dezember 2025 haben 20.305 Menschen teilgenommen.

Bei MDRfragt können alle mitmachen, die mindestens 16 Jahre alt sind und in Sachsen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt wohnen.
Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Argumente sichtbar zu machen. Die Kommentare der Teilnehmenden helfen uns, die Gründe für unterschiedliche Positionen und das gesamte Meinungsspektrum abzubilden.

Wir ziehen keine Stichprobe, sondern laden alle Interessierten ein, ihre Meinung einzubringen. Deshalb sind die Ergebnisse streng genommen nicht repräsentativ. Aber: An den Befragungen beteiligen sich jeweils zehntausende Menschen aus den drei Bundesländern. MDRfragt wird zudem wissenschaftlich begleitet und überprüft. Die Ergebnisse werden nach bewährten Methoden gewichtet – anhand soziodemografischer Merkmale wie Alter, Geschlecht und Bildungsgrad – und so an die tatsächliche Bevölkerungsverteilung in Mitteldeutschland angepasst. Dadurch sind die Ergebnisse aussagekräftig für die Stimmung im Sendegebiet. Durch Rundungen ergeben die Prozentwerte bei einzelnen Fragen nicht immer exakt 100.

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