Paypal-Betrug statt "Sicher bezahlen": Miese Masche mit Kleinanzeigen
Inhalt des Artikels:
- Kleinanzeigen setzt auf sichere Bezahlmethode
- Kriminelle locken Opfer aus der Plattform raus
- Frau aus Thüringen verliert 2.000 Euro an Betrüger
Kleinanzeigen setzt auf sichere Bezahlmethode
Nach Schnäppchen stöbern oder Sachen gegen Geld wieder loswerden: Die Plattform Kleinanzeigen ist für Privat-Käufe und Verkäufe beliebt. "Sicher bezahlen" heißt das Zahlungssystem auf Kleinanzeigen. Über den Button "direkt bezahlen" gelangt man dorthin - wenn die Umgebung der App oder der Webseite nicht verlassen wird! Dann garantiert Kleinanzeigen einen "Käuferschutz" und gibt das Geld erst an den Verkäufer weiter, wenn der Erhalt der Ware bestätigt wurde.
"Für 'Sicher Bezahlen' arbeiten wir mit dem niederländischen Zahlungsdienstleister Online Payment Platform (OPP) zusammen. OPP ist von der niederländischen Zentralbank beaufsichtigt und verwaltet dein Geld auf einem Treuhandkonto, bis alles glatt gelaufen ist", erklärt Kleinanzeigen auf seiner Homepage das Prinzip. Aber Achtung: Wer die Zahlung außerhalb der Plattform abwickelt, verlässt auch den geschützten Bezahlprozess.
Kriminelle locken Opfer aus der Plattform raus
Mit einer scheinbar sicheren alternativen Bezahlmethoden wollen Kriminelle ihren Opfern das Geld aus der Tasche ziehen. Hier wird Paypal ins Spiel gebracht, um an die E-Mail-Adresse der Opfer zu gelangen. Die Betrüger geben vor, an einem Inserat interessiert zu sein und den Bezahldienstleister für eine sichere Abwicklung des Geschäfts nutzen zu wollen. Dann gibt es eine angebliche Störung bei Paypal und das Opfer wird mit der gerade ergaunerten Mail-Adresse angeschrieben.
Wer jetzt darauf reagiert, wird so aus der Plattform Kleinanzeigen herausgelockt. Die Betrüger schlagen nun vor, doch die Kleinanzeigen-Funktion "direkt bezahlen" zu nutzen und liefern gleich einen Link dazu mit. Der Link führt aber nicht zur Plattform zurück, sondern auf eine betrügerische Fake-Seite. Wer jetzt seine Bankdaten eingibt, ist in die Falle getappt - und hat die Bankdaten direkt an die Betrüger weitergegeben.
Frau aus Thüringen verliert 2.000 Euro an Betrüger
Im MDR-Magazin Kripo live hat eine Frau aus Bad Berka über die Masche berichtet, mit der sie um 2.000 Euro betrogen wurde. Per Mail erhielt sie von einer Betrügerin einen Link zur Bestätigung des Verkaufs. "Die E-Mail-Adresse machte den Anschein, dass sie direkt von dem Kleinanzeigenportal stammen würde. Tatsächlich war es aber so, dass die E-Mail-Adresse nur vorgetäuscht war", erklärt Thomas Grieß von der Polizeiinspektion Jena.
Die 42-Jährige, die anonym bleiben will, aber mit ihrer Geschichte andere warnen will, folgte dem Link und bestätigte den Kauf. "Da habe ich meine Bankdaten eingegeben und bin dann auf die gefakte Bankseite gelangt. Ich musste mich dort einloggen. Damit hatten die meine Logindaten", weiß sie heute. Tückisch: Die Frau hatte auch eine TAN zur Bestätigung eingeben sollen. Mit der wurde dann eine Überweisung vom Konto der 42-Jährigen ausgelöst. "Dann wurde das Geld von der Geschädigten, insgesamt knapp 2.000 Euro, auf ein ausländisches Konto überwiesen", so Grieß. Da die Betrüger dies per Echtzeitüberweisung taten, war das Geld dann weg.
"Wenn ich angeschrieben werde, nicht auf externe Links klicken, nicht die E-Mail-Adresse angeben oder Ähnliches und am besten immer auf der Plattform selbst bleiben und dort die Kaufoptionen nutzen", warnt Grieß daher noch einmal eindringlich.
MDR (cbr)
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