Krebs wandelt sich zur "chronischen Erkrankung"
Krebs kann heute in immer mehr Fällen gut behandelt werden. Die Onkologin Anke Ernst vom Krebsinformationsdienst sagte MDR AKTUELL: "In vielen, vielen Fällen erleben wir, dass sich Krebs letzten Endes zu einer chronischen Erkrankung verwandeln kann und Patientinnen und Patienten durchaus in der Situation sind, lange mit der Erkrankung zu leben." Es sei eine wichtige Botschaft, das sehr viele Krebserkrankungen inzwischen kein Todesurteil mehr bedeuteten.
Krebs über Jahre zurückgedrängt
Ernst erklärte, dass Krebs immer "präziser und maßgeschneiderter" behandelt werden könne. Zu Fortschritten geführt hätten außerdem Medikamente aus der Immuntherapie sowie der zellulären Krebstherapien. Große Erfolge verzeichnete die Medizin etwa bei Formen der Leukämien mit der sogenannten CAR-T-Zell-Therapie. "Es gibt Leukämien und Lymphomerkrankungen, die praktisch über Jahre durch so eine Therapie zurückgedrängt werden konnten", sagte Ernst.
Durch Immuntherapien könnten Betroffene heute viele Jahre mit der Erkrankung leben, selbst wenn sich die Krebsart schon ausgebreitet habe, etwa Metastasen gebildet habe. Ernst nannte hier Formen des Lungenkrebses sowie den schwarzen Hautkrebs als Beispiele, wo neue Therapien zu "verlängertem Überleben" und "deutlich besseren Prognosen" geführt hätten.
MRNA-Krebsimpfung noch in der Entwicklung
Gleichwohl bleiben große Herausforderungen bestehen. Ernst sagte, bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie sehr seltenen Krebsarten hätten noch nicht so große Erfolge erzielt werden können. Zudem sei die Forschung insgesamt langwierig. Von der ersten Therapieidee bis zum zugelassenen Arzneimittel könnten zehn bis 15 Jahre vergehen. Bei neuartigen MRNA-Krebsimpfungen werde es zum Beispiel noch dauern, bis diese in der klinischen Praxis ankämen.
In Berlin startet am heutigen Mittwoch der 37. Deutsche Krebskongress. Vier Tage lang sprechen dort 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Gesundheitswesen und Politik über den Kampf gegen die Krankheit. Der Kongress findet alle zwei Jahre statt und ist der größte im deutschsprachigen Raum.
Nach Schätzungen des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) wurden im Jahr 2023 in Deutschland 517.800 Krebserkrankungen diagnostiziert, davon etwa 276.400 bei Männern und 241.400 bei Frauen. Die häufigsten Fälle betrafen die Prostata (79.000), die Brustdrüse (75.900), die Lunge (58.300) sowie den Dick- und Enddarm (55.300).
MDR(ala)
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