• Eine Untersuchung des EU-Projekts "ToxFree" hat in allen getesteten Kopfhörern problematische Chemikalien nachgewiesen.
  • Fachleute warnen: Bestimmte Weichmacher wie BPA und BPS können das Hormonsystem beeinflussen.
  • Entscheidend für das Risiko ist vor allem die lange Tragedauer bei direktem Hautkontakt.

Die britische Tageszeitung "The Guardian" hat eine Untersuchung des EU-Projekts "ToxFree" veröffentlicht. Dabei wurden 81 Kopfhörer getestet: In-Ear, Over-Ear, mit und ohne Kabel, für Kinder und Erwachsene, No-Name-Produkte und bekannte Marken.

Schadstoffe in sämtlichen getesteten Modellen

Das Ergebnis lässt aufhorchen: In allen wurden gesundheitsschädliche Chemikalien gefunden. MDR WISSEN-Redakteur Clemens Haug weiß, um welche Stoffe es sich dabei handelt: "Die Proben enthielten verschiedene Weichmacher, wie Bisphenol A und S – auch BPA und BPS genannt. Das sind Kunststoffe, die man unter anderem Flammschutzmitteln oder Thermodruckpapier hinzufügt. Früher kamen sie auch in Plastikflaschen zum Einsatz. Inzwischen werden die meisten Flaschen, darunter auch die bekannten PET-Flaschen, aber BPA-frei hergestellt." Die Weichmacher wurden laut Untersuchung meist nur in geringen Mengen gefunden.

Warum Forschende dennoch waren

Die Studienautoren sind trotzdem alarmiert. Clemens Haug von MDR WISSEN erklärt, warum: "BPA und BPS können sich bei Wärme oder Abnutzung lösen und in den Körper gelangen. Die Chemikalien können das Hormonsystem stören – das passiert vor allem bei Männern – und stehen sogar im Verdacht, krebsauslösend zu sein. Bei Kindern wurden Entwicklungsverzögerungen beobachtet und ein erhöhtes Risiko für Adipositas."

Zwar bestehe kein akutes Gesundheitsrisiko, aber die Menge macht das Gift: Das größte Problem ist laut den Studienmachern die stundenlange Benutzung von Kopfhörern und das bei direktem Hautkontakt. Das mache das Gefahrenpotential aus. Hersteller wie Bose, Panasonic, Samsung and Sennheiser haben sich laut Guardian nicht zu den Testergebnissen geäußert.

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