Nach dem Cyberangriff auf die digitale Infrastruktur der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) Ende Januar hat das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) eine Sonderkommission eingerichtet. Die Ermittlungen leitet die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, wie die Behörden mitteilten. Aus ermittlungstaktischen Gründen geben derzeit die Ermittler keine weitere Auskunft.

Medienbericht: Kriminelle wollten wertvolle Stücke aus Porzellansammlung stehlen

Nach Informationen von Bild haben es Kriminelle offenbar auf die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger abgesehen. Danach haben ausländische Sicherheitsbehörden ihre Kollegen in Sachsen vor dem Diebstahl einer chinesischen Drachenvase sowie einer seltenen Keramikschale gewarnt. Der Hinweis sei bereits im Januar eingegangen.

Die unscheinbare, aber seltene Ru-Keramik-Schale, steht offenbar im Visier von Kriminellen. Sie stammt aus der Nördlichen Song-Dynastie (960-1127) in China. Die Versteigerung einer vergleichbaren Schale hatte 2017 bei Sotheby’s 37,7 Millionen Dollar erbracht. (Archivbild)Bildrechte: picture alliance/dpa/Staatliche Kunstsammlungen Dresden | Paul Kuchel pykado

Damals hatte ein Cyberangriff das Netzwerk der Staatlichen Kunstsammlungen lahmgelegt. Betroffen waren den damaligen Angaben zufolge weite Teile der digitalen Infrastruktur, der Onlineshop und der Besucherservice, nicht jedoch das Sicherheitssystem.

SKD: Sicherheit der Besucher und Kunstschätze ist gewahrt

Die SKD teilte auf Anfrage mit, dass die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Sicherheit der Sammlungen gelte. Diese werde in enger Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsunternehmen gewährleistet. Details zum Sicherheitskonzept wurden nicht genannt.

Audio: Laut Bild wollten Krimininelle auch eine wertvolle chinesische Drachenvase entwenden. Das Bild hier zeigt eine chinesische Blau-Weiß-Garnitur um 1700 aus der Porzellansammlung in Dresden. (Archivbild)Bildrechte: Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Jürgen Lösel

Mehr Polizei und Sicherheitspersonal im Zwinger

Nach Bild-Informationen wurden die gefährdeten Stücke aus der Sammlung entfernt und in Sicherheit gebracht. Zudem habe die Polizei ihre Präsenz im Zwinger erhöht. Die SKD hätten ergänzend einen internen Krisenstab eingesetzt, um in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden alle notwendigen Maßnahmen zu koordinieren.

Hinweise, wonach der Cyberangriff in direktem Zusammenhang mit einem möglichen Diebstahlsversuch stehen könnte, würden derzeit geprüft. Staatsanwaltschaft und LKA wollen sich dazu bislang nicht äußern.

MDR (kbe)

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