Erstmals hat Deutschland auf Basis einer direkten Vereinbarung mit den Taliban Straftäter nach Afghanistan abgeschoben. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden 20 afghanische Männer mit einem Charterflug vom Flughafen Leipzig/Halle nach Kabul geflogen. Sie hätten Sexualdelikte, Körperverletzung und Drogendelikte begangen.

Aus Sachsen wurden drei ausreisepflichtige Afghanen abgeschoben, die zum Teil schwere Straftaten begangen hatten. Laut Landesregierung fügte einer von ihnen im Jahr 2023 im Erzgebirgskreis einem Lokführer schwere Verletzungen zu.

Direkte Vereinbarung mit Taliban

Der Abschiebeflug war der erste auf Grundlage einer direkten Vereinbarung mit den radikalislamischen Taliban. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einer verlässlichen Grundlage für weitere Abschiebungen. Bis vor Kurzem hatten andere Staaten wie etwa Katar bei Abschiebeflügen vermittelt. Die direkten Kontakte sind umstritten, da die Bundesregierung offiziell keine diplomatischen Beziehungen zu den Taliban unterhält, die seit 2021 wieder an der Macht in Afghanistan sind.

AFP/dpa (thw)

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