Das Robert Koch-Institut hat in der vergangenen Woche rund 15.000 durch Labore bestätigte Neuansteckungen mit Influenza in Deutschland gezählt – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 23.000 Fällen aus der Vorwoche. "Der Höhepunkt der Grippewelle ist überschritten, sie hält aber weiter an", fasst die Seuchenschutzbehörde in ihrem Wochenbericht zusammen. Damit bestätigt sich, was sich in den vergangenen Wochen bereits angedeutet hat: Die befürchtete Supergrippe-Welle ist ausgeblieben.

Warum die Subvariante K weniger Wirkung zeigte: Impfungen schützen besser als zunächst befürchtet

Noch im Herbst sah es danach aus, als könnte ein neuer Untertyp der Influenzaviren für besonders hohe Ansteckungszahlen sorgen. Die sogenannte Subvariante K schien Immunität, die durch Impfungen oder durchgemachte Infektionen aufgebaut worden war, teilweise umgehen zu können. Bereits Ende November kam es zu einem starken Anstieg der Ansteckungen.

Nach den Weihnachtsferien setzte sich dieser Trend allerdings nicht fort. Im Gegenteil: Schon Anfang Januar erreichte die Zahl der Neuansteckungen ein Plateau bei rund 23.000 Ansteckungen pro Woche. Im Rückblick zeigt sich nun, dass die Impfungen offenbar doch besser gewirkt haben, als erwartet. Bill Hanage, Forscher der US-Universität Harvard, kam nach einer Überprüfung von Impfungen in den USA bereits Anfang Januar zu dem Schluss, "dass der Impfstoff dieses Jahr vielleicht nicht perfekt ist, aber dennoch mehr als gut genug ist, um zu schützen".

Erkältungssaison flacht ab: Influenza häufiger als Corona – doch Covid bleibt für Ältere gefährlicher

Auch insgesamt nimmt die Zahl aller Erkältungen und Atemwegsinfektionen gerade ab. Das RKI schätzt die Zahl der Neuansteckungen in der Woche bis zum 22. Februar auf 6,1 Millionen. Vor allem Kinder hätten sich deutlich seltener infiziert, aber auch bei Erwachsenen sei die Zahl zurückgegangen.

Im Rückblick auf die zu Ende gehende Erkältungssaison zeigen sich dennoch zwei bemerkenswerte Trends. Zum einen lag die Zahl der durch Labore bestätigten Influenza-Fälle zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie insgesamt wieder deutlich über der Zahl der Corona-Ansteckungen. Das Robert Koch-Institut hat seit Anfang Oktober 214.000 Fälle der Grippe gezählt, aber nur 110.000 Ansteckungen mit Corona.

Sars-CoV-2 bleibt für alte Menschen aber weiterhin das gefährlichere Virus. Seit Oktober starben 1.310 Menschen an einer schweren Influenza, aber 1.374 durch eine schwer verlaufende Corona. In beiden Fällen waren 96 Prozent der Verstorbenen 60 Jahre oder älter.

Links/Studien

  • Robert Koch-Institut: Wochenbericht Atemwegserkrankungen vom 25. Februar (PDF)

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