In mehreren Städten in Mitteldeutschland haben am Donnerstag Schülerinnen und Schüler gegen den Wehrdienst demonstriert. Die Demonstrationen richten sich gegen die vom Bundestag beschlossene Erfassung aller jungen Männer eines Jahrgangs für einen zunächst freiwilligen Wehrdienst. Sollte es nicht genügend Bewerber geben, ist auch eine Wiedereinführung der Wehrpflicht möglich.

Sachsen: Demos in Dresden, Chemnitz und Leipzig

In Dresden demonstrierten am Vormittag mehrere hundert Schüler. Vom Postplatz zogen sie durch die Innenstadt. Sie kritisierten vor allem die geplante Pflichtmusterung ab dem kommenden Jahr und forderten eine allgemeine Entmilitarisierung. Auch in Chemnitz protestierten mehrere hundert Jugendliche. Die Kundgebung begann am Vormittag am Karl-Marx-Monument in der Innenstadt. Nach Schätzungen waren etwa 300 bis 400 Menschen vor Ort. In Leipzig ist am Nachmittag eine Kundgebung mit 3.000 Teilnehmern geplant.

Bis zu 1.000 Demonstranten in Erfurt

Auch in Thüringen protestierten in mehreren Städten Schüler gegen die Wehrerfassung junger Männer. Allein in Erfurt versammelten sich laut Polizei bis zu 1.000 Demonstranten auf dem Bahnhofsvorplatz. Auch in Jena beteiligten sich mehrere hundert Schülerinnen und Schüler. Dagegen kamen in Gotha nur etwa 20 junge Menschen zu den Protesten.

Landtagspräsident Thadäus König (CDU) hatte die Protestaktionen im Vorfeld kritisiert. Die Diskussion um die Wehrpflicht brauche "Dialog statt Demos". Dagegen unterstützen die Linke und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Demonstrationen. Der Chef des Thüringer Bundeswehr-Landeskommandos, Klaus Glaab, erklärte, er sehe die Proteste nicht kritisch, sondern als Teil einer Diskussion die geführt werden müsse.

DPA, MDR

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