Große Unterschiede bei der Bearbeitung von Elterngeld
- Je nach Bundesland dauert es unterschiedlich lange, bis Elterngeld ausgezahlt wird.
- In Mitteldeutschland müssen Familien aus Sachsen am längsten warten.
- Die Linke kritisiert die fehlende Digitalisierung beim Elterngeld.
Bei den Bearbeitungszeiten für Elterngeldanträge gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Das geht aus einem Bericht des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hervor, der sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion bezieht. Grundlage dafür sind Daten aus dem Jahr 2024.
Eltern aus Sachsen müssen in Mitteldeutschland am längsten warten
In Mitteldeutschland ging die Bearbeitung der Elterngeldanträge demnach in Thüringen mit 33 Tagen am schnellsten. In Sachsen-Anhalt waren es rund 43 Tage, in Sachsen sogar 53.
Bundesweit haben Mecklenburg-Vorpommern und Bayern mit 31 Tagen die kürzeste Bearbeitungsdauer. Schleswig Holstein mit knapp drei Monaten (88 Tagen) die längste.
*In Berlin wird die Dauer von Erstantrag bis Bescheidung nicht erhoben. Da die Datenerhebung nicht einheitlich ist, sind die Werte nur eingeschränkt vergleichbar.
Linke kritisiert lange Bearbeitungsdauer und fehlende Digitalisierung
Die familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mandy Eißing, kritisiert die großen Unterschiede bei der Bearbeitungsdauer. Elterngeld sei für die meisten Familien "kein Luxus", sondern eine "existenzielle Basis" für die erste Zeit mit Kind.
Mandy Eißing stammt aus Altenburg in Thüringen und sitzt für Die Linke im Bundestag.Bildrechte: IMAGO/dts NachrichtenagenturDie versprochene Digitalisierung gebe es bislang nur auf dem Papier, beklagte Eißing. "Das ist digitaler Stillstand auf dem Rücken junger Familien."
Bisher kein automatischer Datenabruf für Elterngeldantrag
Seit November 2024 ist gesetzlich vorgesehen, dass Elterngeldstellen wichtige Daten zur Geburt automatisiert bei den Standesämtern abrufen können. Das soll die Antragsverfahren beschleunigen.
In der Antwort auf die Anfrage der Linksfraktion räumte die Bundesregierung allerdings ein, dass dieser automatisierte Datenabruf noch nicht umgesetzt sei.
AFP, MDR (akq)
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