Depressionen nehmen zu – Sachsen-Anhalt verzeichnet den stärksten Anstieg
- Immer mehr Menschen erkranken an Depressionen.
- In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Erkrankten bundesweit am stärksten angestiegen.
- Der Frühling ist für Depressive oft die schwerste Zeit.
Die Zahl der Menschen mit wiederkehrenden Depressionen ist in Deutschland in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Laut einer Hochrechnung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) diagnostizierten Ärztinnen und Ärzte 2024 bei rund 4,2 Millionen Menschen eine wiederkehrende Depression – ein Anstieg von knapp 50 Prozent seit 2014. Frauen sind demnach doppelt so häufig betroffen wie Männer, in 66 zu 32 Fällen pro 1.000 Versicherte.
Erkrankte in Mitteldeutschland
In Sachsen wurden 2024 rund 223.000 Menschen mit wiederkehrenden Depressionen diagnostiziert, was 55 Diagnosen pro 1.000 Versicherten entspricht. Damit liegt das Bundesland über dem bundesweiten Schnitt von 51.
In Thüringen lag die Zahl der Betroffenen bei mehr als 92.000, entsprechend 44 Diagnosen pro 1.000 Versicherte und damit leicht unter dem Bundesdurchschnitt.
Sachsen-Anhalt meldete ebenfalls mehr als 92.000 Menschen mit wiederkehrenden Depressionen, obwohl die Quote mit 43 Diagnosen pro 1.000 Versicherten bundesweit am niedrigsten ist.
Größter Anstieg in Sachsen-Anhalt
Trotz der vergleichsweise niedrigen Zahl in Sachsen-Anhalt verzeichnet das Bundesland den größten Anstieg innerhalb von zehn Jahren: Hier stieg die Zahl der Diagnosen von 2014 bis 2024 um 75 Prozent. In Sachsen stieg sie im gleichen Zeitraum um rund 69 Prozent, in Thüringen um 43,5 Prozent.
Den geringsten Zuwachs innerhalb von zehn Jahren meldet Hamburg mit 37 Prozent. Den größten Anteil an Patientinnen und Patienten mit Depressionen hat die KKH in Baden-Württemberg ermittelt (62 Diagnosen pro 1.000 Versicherte).
Frühling oft besonders schwer
KKH-Ärztin Aileen Könitz erklärt: "Unsere Daten zeigen, dass sich Depressionen offenbar bei zunehmend mehr Patientinnen und Patienten manifestieren und zu langwierigen Leidenszeiten führen." Sie betont zugleich: "Eine Depression ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, der es egal ist, ob die Sonne scheint oder die Blumen blühen." Gut gemeinte Ratschläge wie "Geh doch mal raus bei dem schönen Frühlingswetter" würden den Betroffenen meistens nicht helfen.
Besonders im Frühjahr könne es für Erkrankte schwierig werden, so die Expertin. Der soziale Erwartungsdruck – etwa die Aufforderung, das schöne Wetter zu nutzen – könne zu Versagens- und Schuldgefühlen führen und die Depression verstärken.
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