Wie lange wollen sich Kommunen noch Bepflanzungen leisten?
- Städte in Mitteldeutschland halten es mit der Bepflanzung unterschiedlich. In Chemnitz hat man sie auf das "absolut Notwendige" reduziert.
- In Freital werden schon im Herbst Zwiebeln gepflanzt, in Lutherstadt Wittenberg verlegt man die Sommerbepflanzung vor.
- In Weimar und Leipzig hingegen wird noch nicht gespart.
Gerade einmal 5.000 Euro gibt die Stadt Chemnitz in diesem Jahr für ihre Frühjahrsbepflanzung aus. So viel haben die 25.000 Stiefmütterchen und Hornveilchen gekostet, die im Stadtgebiet eingepflanzt werden.
Chemnitz: Dauerhafte und günstige Bepflanzung
Mit Ausnahme des Kulturhauptstadtjahrs hat die Stadt Chemnitz schon seit vielen Jahren nicht mehr Geld dafür ausgegeben, erklärt Peter Börner, Leiter des Grünflächenamts: "Wir haben uns bereits im Jahr 2009 die Frage der Wirtschaftlichkeit der Grünflächenunterhaltung sehr kritisch gestellt. Wir haben damals schon die Flächen der Frühjahrsbepflanzung auf das absolut Notwendige für die Innenstadt reduziert. Das sind gut 500 Quadratmeter. Die Zeiten, wo wir hier hektarweise die Stadt im Frühjahr bepflanzt haben, haben wir zurzeit sowieso nicht."
Auf den Flächen in Chemnitz, die nicht mehr jedes Frühjahr neu bepflanzt werden, setzt die Stadt auf Stauden und Wildblumen – also eine dauerhafte und damit günstigere Bepflanzung.
Freital: Blumenzwiebeln schon im Herbst
Ähnlich verfährt auch die sächsische Stadt Freital. Dort wird bereits seit Jahren auf eine Bepflanzung mit fertigen Blumen im Frühling verzichtet und dafür im Herbst Blumenzwiebeln in die Erde gebracht, sagt Stadtsprecher Matthias Weigel: "Die Frühjahrsbepflanzung früher hat so zwischen 5.000 und 10.000 Euro gekostet. Das Geld spart man dann am Ende. Wir hatten zuletzt 3.000 Zwiebeln, die haben ungefähr 500 Euro gekostet. Also da kommt man schon ein Stück weiter, als wenn man jedes Jahr viel Geld ausgibt."
Lutherstadt Wittenberg: Sommerbepflanzung wird vorverlegt
Auf eine andere Strategie setzt die Lutherstadt Wittenberg. Dort gibt es in diesem Jahr keine Frühjahrsbepflanzung, dafür wird die Sommerbepflanzung vorverlegt, sagt Stadtsprecher Adrian Kurmann: "Verfrühte Sommerbepflanzung heißt dann, dass wir statt im Juni schon im Mai beginnen, und das bezieht sich dann auf unsere 140 Bachgeländer-Kästen, die wir in unserer schönen Innenstadt angebracht haben, entlang der offengelegten Bäche."
Um noch weitere Flächen in Wittenberg zu bepflanzen, arbeitet die Stadt mit Gewerbetreibenden zusammen. Und auch eine Bürgerstiftung übernimmt Kosten.
Keine Einschnitte in Weimar und Leipzig
Es gibt aber auch Städte in Mitteldeutschland, in denen es keine Einschnitte gibt. In Weimar beispielsweise werden wie in den Vorjahren etwa 35.000 Frühblüher gepflanzt.
Auch in Leipzig, wo die Stadtreinigung dafür zuständig ist, gibt es noch keine Veränderungen, erklärt Sprecherin Claudia Ballhause: "Wir pflanzen seit Jahren in ähnlichem Umfang, in drei prädestinierten Lagen in der Innenstadt. Da werden jedes Jahr um die 15.000 Frühlingsblumen gepflanzt. Es ist aber richtig: Wegen der Haushaltslage könnte es zu Veränderungen der Leistungserbringung kommen. Inwiefern davon aber die Frühjahrsbepflanzung betroffen ist, das ist im Moment noch nicht entschieden."
Blumen haben emotionalen Wert
Ähnlich unklar ist die Lage in den meisten anderen Städten. Und dass, obwohl die Kosten für die Frühjahrsbepflanzungen in den Haushalten nur kleinste Beträge ausmachen, betont Peter Börner, der das Grünflächenamt in Chemnitz leitet: "Wer rausgeht und in einer Stadt ein frisch bepflanztes Beet sieht – die allermeisten Menschen sind davon positiv berührt und schöpfen neue Kraft. Dieses Gefühl ist eigentlich unbezahlbar. Daran sollte man nicht voreilig sparen."
Zumal sich auf unbepflanzten Beeten Unkraut breit macht, sagt Börner. Und das zu entfernen sei am Ende auch nicht günstiger, als Blumen darauf zu pflanzen.
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