Bußgelder bis 1.000 Euro: Behörden warnen vor Anfüttern von Wölfen
- Sächsischen Behörden sind bislang vier Fälle von angefütterten Wölfen bekannt.
- Ein aus dem Raum Zittau vertriebener auffälliger Wolfswelpe starb bei einem Unfall in Polen.
- Behörden geben Ratschläge, wie Anwohner in Wolfsgebieten das "Anfüttern" vermeiden.
Dass Wölfe in Sachsen Siedlungen aufsuchen, ist selten, aber es kommt vor. Nicht selten steckt der Mensch dahinter und lockt Wölfe, mit oder ohne Absicht, durch Futter an. Vier Fälle von "Anfüttern" sind im Freistaat dokumentiert, teilte das Landesumweltamt (LfULG) auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Nicht immer sind sie eindeutig. So näherte sich ein junger Wolf bei Großhennersdorf nahe Zittau im Herbst 2025 mehrfach spielerisch bis auf wenige Meter den Menschen. Der Kreis Görlitz verteilte zwischenzeitlich Warnblätter.
Welpe starb bei Unfall, kranker Streuner eingeschläfert
Der spielerische Jungwolf hatte nur ein kurzes Leben. Nachdem er vorigen November mit einem Senderhalsband in die Freiheit entlassen wurde, wanderte er nach Polen aus. Dort starb er am 13. März bei einem Verkehrsunfall in Czerwona Woda. Das teilten das Landratsamt Görlitz und das LfULG mit. Seine "harte Vergrämung" aus Sachsen mit lautem Rufen und Klatschen sorgte einst für Kritik. Der Verein Weidezone Deutschland sprach von Tierquälerei, die Untere Naturschutzbehörde Görlitz dagegen von einem "üblichen Vorgehen", damit das Tier den Menschen meidet.
Der Landkreis Görlitz warnte im Winter 2026 mit Zetteln vor dem Anlocken und Anfüttern von Wölfen, nachdem ein Welpe bei Zittau sich Menschen näherte. Nachdem der inzwischen tote Wolf "MT15" nach Polen weiterzog, wurden die Zettel abgehängt.Bildrechte: Landratsamt GörlitzProblem-Wölfe in Knappenrode, Rietschen und Cunewalde
2025 sorgte eine Wölfin des Rudels Knappenrode/Seenland für Aufsehen. Sie näherte sich wiederholt Wohnhäusern und Gärten in Elsterheide, sagte eine Sprecherin des LfULG. Die bereits 13 Jahre alte räudige Fähe habe nach leicht zugänglicher Nahrung und Wärmequellen wie Komposthaufen gesucht. Am 30. September 2025 sei ihr Kadaver gefunden worden, als Folge eines natürlichen Todes.
Bereits vor zehn Jahren hatte ein Jungwolf regelmäßig auf Futtersuche Rietschen im Kreis Görlitz durchstreift. Der aus dem polnischen Rudel "Ruszow stammende Pumpak" war wahrscheinlich bereits als Welpe gefüttert worden, vermutet das Landesumweltamt. Dabei hat er wohl seine Spürnase bewahrt: Nachdem er Anfang 2017 per Ausnahmegenehmigung getötet werden sollte, verschwand der Wolf.
Im Mai 2023 hatte ein Jungwolf des Rudels Cunewalde regelmäßig nach Futter auf einem Komposthaufen in Kubschütz gesucht. Statt das abgemagerte , verletzte und räudige Tier zu vergrämen, wurde es schließlich durch einen Tierarzt eingeschläfert.
Der Wolf ist bislang bundesweit streng geschützt, soll künftig aber ins Jagdrecht kommen. Ein Abschuss soll dann leichter möglich sein. (Symbolbild)Bildrechte: picture alliance/dpa | Bernd WeißbrodWolfsknigge für Anwohner in Rudelnähe
- Wölfe niemals füttern
- externe Futterquellen wie Katzenfutterplätze oder offene Komposthaufen vermeiden
- tierische Speisereste nicht auf Kompost- oder Misthaufen geben
- Abfallbehälter sorgfältig verschließen
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Landesamt für Umwelt Brandenburg
Behörde droht Bußgeld an
Inzwischen rückt bei den Wolfsbehörden der Mensch in den Fokus. So drohte die Stadt Spremberg in Brandenburg einem uneinsichtigen Fütterer ein Bußgeld an. Und das kann nach Angaben des LfULG bis zu 1.000 Euro betragen. Alle Maßnahmen würden nichts bringen, wenn nicht konsequent leicht zugängliche Nahrungsquellen beseitigt würden, so das Landesumweltamt in Brandenburg.
MDR (wim/mkl)/dpa
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