• Straßenbahnschienen leiden unter Temperaturschwankungen
  • Mehr Schienenbrüche in Leipzig – kurzfristige Sperrungen
  • Mehr Investitionen in Dresden notwendig

Straßenbahnschienen sind aus Stahl, und der leidet unter jahrelangem Kontakt mit Straßenbahnrädern. Denn die reiben die Schiene mit der Zeit ab. Das Material wird dünner und kann die Spannung nicht mehr aufnehmen, die entsteht, wenn die Temperatur schwankt und sich der Stahl zusammenzieht oder ausdehnt.

Einige Schienenbrüche in Dresden und Leipzig

Das hat Folgen, und die zeigen sich zum Beispiel in Dresden: "Also, wir haben einige sogenannte Schienenbrüche geschweißt", berichtet Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe. "Das heißt, dass die Stahlschiene der Straßenbahn einen Bruch erlitten hat. Der wird üblicherweise verschweißt und verschliffen, so dass die Bahn erstmal wieder fahren kann." Das sei auch wichtig für die elektrische Rückleitung, damit man keine Schienenbrüche im Netz habe oder nur wenige. Da sei dieses Jahr schon einiges repariert worden, einiges stehe noch an. Die Zahl der Frostschäden liegt nach Aussage von Lösch insgesamt leicht über der der vergangenen Winter.

Auch in Leipzig gab es diese Saison mehr Schienenbrüche. Das sagt Stefan Röll, der den Bereich Infrastruktur der Leipziger Verkehrsbetriebe leitet. Betroffen war demnach vor allem eine der Hauptachsen zwischen dem Zentrum und dem Westen der Stadt, die Käthe-Kollwitz-Straße, wo die Gleise Röll zufolge nicht mehr in optimalem Zustand sind. "Insofern gab es mehrere kurzfristige Sperrungen von einzelnen Stunden, in denen wir die Gleise repariert haben und auch den Individualverkehr, sprich die Autos und Lkws, aus der Straße herausnehmen mussten."

Zusätzliche Kosten durch Reparaturen

Und was kosten Reparaturen dieser Art nach diesem Winter? "Also, eine genaue Schadenssumme haben wir nicht beziffert, weil wir das auch nicht separat erfassen. Das ist unser Instandhaltungsbudget, welches über das gesamte Jahr eingesetzt wird", erklärt der Infrastruktur-Chef der Verkehrsbetriebe in Leipzig.

In Dresden ist das genauso. Trotzdem zeichne sich dort ein großer zusätzlicher Posten auf der Rechnung ab, sagt DVB-Sprecher Lösch. Und meint damit Baumaßnahmen an der Güntzstraße, wo die Schienen unter anderem durch Frost geschädigt sind. "Die wird in den Sommerferien durchrepariert, das haben wir schon in der Planung, und bis dahin fahren wir dort etwas langsamer."

Weil die Bahnen dort gerade langsamer fahren, braucht es mehr Fahrzeuge, um den Takt zu halten. Und damit auch mehr Fahrerinnen und Fahrer. Das kostet Lösch zufolge etwa 250.000 Euro zusätzlich. Aber das sei alles noch im Bereich des Üblichen. Die letzten Winter seien sehr mild gewesen, nach diesem müsse man eben ein bisschen mehr investieren.

Halle und Erfurt gut durch Winter gekommen

Die Stadtwerke Halle dagegen melden auf Nachfrage zurück, dass es in dieser Saison nicht mehr Frostschäden gegeben habe als in den vergangenen Jahren. Und in Erfurt gibt der Sprecher der Verkehrs AG sogar an, dass man gut durch den Winter gekommen sei: nämlich ganz ohne Schäden am Straßenbahn-Schienennetz.

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