Inhalt des Artikels:

  • MDR AKTUELL: Ist es eher Chance oder Risiko, dass viele Kinder so früh Radfahren?
  • Wo liegen die Risiken, wenn Kleinkinder im Straßenverkehr unterwegs sind?
  • Worauf sollten Eltern beim Kauf eines Kinderfahrrads achten?
  • Welche Rad-Modelle waren im aktuellen ADAC-Check besonders sicher?
  • Was sollten Eltern beim Heranführen ihrer Kinder ans Radfahren beachten?
  • Was ist bei Vorschulkindern zu beachten?

MDR AKTUELL: Ist es eher Chance oder Risiko, dass viele Kinder so früh Radfahren?

Katharina Luca: Es ist natürlich eine Chance für Kinder, die Teilnahme am Straßenverkehr möglichst früh zu erlernen und fürs spätere Leben die Regeln zu lernen – und auch ein gewisses Maß an Unabhängigkeit zu erlangen, dass man auch mal selbst mit dem Fahrrad wohin fahren kann. Aber natürlich birgt es immer auch Risiken. Und man darf die Kinder auch nicht zu früh und allein in den Straßenverkehr lassen, sondern muss sie behutsam drauf vorbereiten.

Wo liegen die Risiken, wenn Kleinkinder im Straßenverkehr unterwegs sind?

Also generell können Kinder circa ab acht Jahren Gefahren im Straßenverkehr wirklich gut einschätzen. Das heißt, sie können Geschwindigkeiten und Abstände gut einschätzen und sind damit auch wirklich sicher unterwegs. Wenn man mit kleineren Kindern mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss man als Eltern viel mitdenken, weil sie es noch nicht so richtig gut einschätzen können. Kleinere Kinder sollte man aus diesem Grund auch nicht allein mit dem Fahrrad in Städten oder auf Straßen unterwegs sein lassen.

Worauf sollten Eltern beim Kauf eines Kinderfahrrads achten?

Generell ist es wichtig, dass man ein Fahrrad auswählt, das zum Kind passt, das das richtige Gewicht hat, mit dem sich das Kind wohlfühlt. Dann gibt es die Verkehrssicherheitsaspekte, die wichtig sind. Das heißt, dass das Fahrrad mit Licht ausgestattet ist, mit einer Klingel, dass die Bremsen gut funktionieren. Dass das Kind, wenn es auf dem Fahrrad sitzt, gut bremsen kann, das ist ganz, ganz wichtig. Hier sind zum Beispiel Scheibenbremsen etwas, das hilft, weil die einfach ein bisschen besser bremsen. Handbremsen funktionieren auch gut. Aber sie müssen leichtgängig sein, dass Kinder schnell und gut bremsen können. Dass Kinder mit den Beinen auf den Boden reichen, damit sie, wenn sie zum Stehen kommen, nicht umfallen, das ist auch wichtig. Und das Kind muss im Handling einfach mit dem Fahrrad sehr gut zurechtkommen. Deswegen: Viel ausprobieren und immer zum Händler vor Ort fahren und das Kind einfach fahren lassen, damit man sieht, ob es damit auch gut zurechtkommt.

Welche Rad-Modelle waren im aktuellen ADAC-Check besonders sicher?

Wir haben uns aktuell Jugend- und Kinderfahrräder mit der Größe 24 Zoll angesehen. Und hier haben wir tatsächlich viele gute Optionen. Da gibt es viele gute Sicherheitsstandards. Testsieger ist das Woom Explore 5. Das hat tatsächlich sehr gute Leistungen in vielen Kategorien: Preis, Sicherheit, aber auch sonstige Standards wie zum Beispiel Schadstoffe, auf die wir auch getestet haben. Generell ist uns leider aufgefallen, dass bei sehr vielen Fahrrädern die Schadstoff-Prüfungen negativ ausgefallen sind. Besonders ein Modell ist uns auffallen. Hier haben die Tester in den Griffen Stoffe gefunden, die tatsächlich als hochgradig krebserregend eingestuft werden.

Was sollten Eltern beim Heranführen ihrer Kinder ans Radfahren beachten?

Generell ist es wichtig, dass man Kinder schon sehr früh mit dem Thema Straßenverkehr vertraut macht. Das heißt, schon ab der Grundschule sollten Kinder zu Fuß zur Schule gehen, um mit dem Verkehrsgeschehen ein bisschen vertraut zu sein. Das ist wichtig, damit sie auch die Regeln lernen und hier auch teilnehmen können. Und dann sollte man Kinder eben nicht zu früh allein losschicken. Am besten erst nach der Fahrradprüfung, die in der dritten und vierten Klasse stattfindet. Außerdem viel mit den Kindern üben und ein gutes Vorbild sein.

Was ist bei Vorschulkindern zu beachten?

Bei den ganz Kleinen ist es wichtig, dass man erstmal im geschützten Raum mit ihnen übt. Das heißt, die ersten Fahrten sollten auf gar keinen Fall im Stadtverkehr stattfinden, sondern auf speziellen Übungsplätzen oder im Hof oder auf verkehrsberuhigten Straßen. Und dann sollte man die Kinder engmaschig begleiten. Bis zu acht Jahren dürfen Kinder auf dem Fahrradweg fahren. Und seit 2016 ist es den Eltern auch möglich, sie dort zu begleiten. Und das sollte man definitiv auch tun, um ihnen Tipps zu geben und um sie sicher an den Straßenverkehr heranzuführen.

MDR/dni

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke