Wer in diesen Aprilnächten den Blick nach oben richtet, vorbei an den hellen Sternen Wega und Arktur, braucht nur ein wenig Geduld. Dann zerschneidet plötzlich ein heller Lichtstreif die Dunkelheit. Das ist kein Satellit und auch kein Flugzeug – es ist einer der Sternschnuppen des Lyriden-Stroms.

Jedes Jahr im April kreuzt unsere Erde auf ihrer Reise um die Sonne eine regelrechte Trümmerwolke im All. Was für uns romantisch aussieht, ist eigentlich kosmischer Müll des uralten Kometen Thatcher. Schon seit über 2.600 Jahren beobachten Menschen dieses Spektakel; die ersten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 687 vor Christus aus China.

Wie Sternschnuppen entstehen

Was wir da sehen, sind winzige Staubkörner, die seit Jahrhunderten durch das Sonnensystem driften. Sobald die Erde diesen Kometenschweif streift, verglühen die Partikel in der Atmosphäre – und das mit einer rasanten Geschwindigkeit: 50 Kilometer pro Sekunde. Das sind stolze 180.000 Kilometer pro Stunde! Bei diesem Tempo bringt schon ein Körnchen, so groß wie ein Sandkorn, die Luftmoleküle um sich herum hell zum Leuchten.

Zwar sind die Lyriden nicht ganz so zahlreich wie die berühmten Perseiden im August, aber sie sind immer für eine Überraschung gut. Zum Höhepunkt in der Nacht vom 22. auf den 23. April erwarten wir am mitteldeutschen Himmel etwa 15 bis 20 Sternschnuppen pro Stunde. Gelegentlich kommt es sogar zu richtigen Ausbrüchen mit hunderten Leuchtspuren.

Beobachtungstipps für die Sternschnuppenschau

Falls Sie zuschauen wollen: Lassen Sie Teleskop oder Fernglas im Schrank. Die Schnuppen sind viel zu schnell für ein starres Glas. Das beste Equipment sind Ihre eigenen Augen, eine Isomatte und – ganz wichtig – eine wirklich warme Decke.

Die besten Chancen haben Sie nach Mitternacht. Dann steht das Sternbild Leier – der Namensgeber der Lyriden – hoch im Nordosten. Suchen Sie sich einen dunklen Ort fernab der Stadtlichter. Legen Sie das Smartphone weg! Das helle Display ruiniert sofort Ihre Nachtsicht, die Augen brauchen gut 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Und sollte doch eine Wolke die Sicht versperren: keine Sorge. Die Lyriden sind noch den ganzen restlichen April über vereinzelt zwischen Abend- und Morgendämmerung zu sehen.

pk

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