Theater Chemnitz geben Programm bekannt
- Die Theater Chemnitz haben die Produktionen in den Sparten Oper, Schauspiel, Figurenthater, Ballett und Philharmonie vorgestellt.
- Nach wie vor gibt es Diskussionen um den Standort der Schauspielbühne; Grund ist die angespannten Finanzlage.
- Durch die Kulturhauptstadt profitieren die Theater immer noch von überdurchschnittlichen Kartenverkäufen.
Die Theater Chemnitz haben für die Spielzeit 2026/2027 mehr als 30 Premieren angekündigt. Wie Generalintendant Christoph Dittrich MDR KULTUR sagte, freue er sich besonders auf die Premiere von "Tannhäuser" von Richard Wagner auf der Opernbühne.
Premiere von Schiller, "Rummelplatz" bleibt im Programm
Zuvor soll das Musical "Titanic" im September die neue Spielzeit im Chemnitzer Opernhaus eröffnen. Die gefeierte Produktion "Rummelplatz" ist nach Dittrichs Angaben seit ihrer Premiere durchgehend ausverkauft und soll daher ab Herbst wieder im Spielplan zu finden sein.
Die Oper "Rummelplatz" widmet sich den ersten Jahren der DDR und dem Aufstand des 17. Juni 1953.Bildrechte: Theater Chemnitz; Foto Nasser HashemiDas Schauspielhaus startet mit "Parasit" in die neue Saison. Die einzige Komödie von Friedrich Schiller werfe einen ebenso zeitgemäßen wie unterhaltsamen Blick auf Machtstrukturen und politische Mechanismen, hieß es in der Mitteilung der Theater Chemnitz.
Außerdem sollen Mary Shelleys "Frankenstein" und "The Rocky Horror Show" auf der Schauspielbühne folgen. Im Sommer 2027 werde "Igraine Ohnefurcht" nach dem Roman von Cornelia Funke open air auf der Küchwaldbühne zu sehen sein.
Christoph Dittrich leitet als Generalintendant die Theater Chemnitz.Bildrechte: Nasser HashemiDie Koproduktion im Figurentheater "Im Westen nichts Neues" mit dem Leipziger Theater der Jungen Welt habe "ganz aktuelle Bezüge", so Dittrich, bis zur Wehrpflichtdiskussion. Aber auch bereits für Kinder ab zwei Jahren habe das Figurentheater in der kommenden Spielzeit Inhalte geplant.
Ballett und Philharmonie
Ballettdirektorin Sabrina Sadowska werde wieder mit einem eigenen Handlungsballett zu sehen sein, kündigte Dittrich darüber hinaus an: "Diesmal über den wichtigen Autor Hans-Christian Andersen, der uns besonders über seine Märchen hier bekannt ist, aber zu seiner Zeit noch eine viel größere Bedeutung hatte."
Von der Robert-Schumann-Philharmonie seien im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy oder Leonard Bernstein zu hören, hieß es zudem in einer Mitteilung der Theater Chemnitz. Demnach sind auch Angebote für Kinder und den spielerischen Zugang zu klassischer Musik geplant.
Das Ballett will ein Stück über Hans-Christian Andersen zeigen. Bildrechte: Dieter WuschanskiSchauspiel kämpft um eigenen Standort
Dittrich zeigte sich bei MDR KULTUR stolz auf das Programm und sagte, damit trotze man allen wirtschaftlichen Herausforderungen. Überschattet war die Spielzeitkonferenz von Überlegungen in der Stadtpolitik, das Schauspielhaus Chemnitz weder zu sanieren noch neu zu bauen, sondern lediglich mit dem Opernhaus auf einen Standort zu fokussieren, um Geld zu sparen.
Chemnitz braucht ein Schauspielhaus.
Auf der Pressekonferenz machte Intendant Dittrich noch einmal klar, Chemnitz brauche und verdiene ein Schauspielhaus. "Wir sind jetzt sehr intensiv in Gesprächen mit dem Stadtrat. Wir erfahren zum Glück, dass wir auch auf Zustimmung stoßen." Aber der Weg dahin sei noch nicht ganz klar, so Dittrich weiter.
Träume der Kulturhauptstadt
Ins Schwärmen kam Dittrich allerdings in Bezug auf die Nachwirkungen des Kulturhauptstadtjahres 2025. Es sei eine ganz wunderbare Zeit gewesen, in der alle Träume in Erfüllung gegangen seien, erklärte er: "Das wirkt tatsächlich auch in das Kalenderjahr 2026 mit hinein."
Das Schauspielhaus in Chemnitz steht seit Jahren leer. Bildrechte: Dieter WuschanskiNach wie vor habe man einen gesteigerten überregionalen Zuspruch in den Vorstellungen. Auch das Interesse der Chemnitzerinnen und Chemnitzer sei gestiegen, freute sich Dittrich: "Wir haben weit überdurchschnittliche Kartenverkäufe schon im ersten Quartal gehabt und hoffen, dass wir diesen Geist für Kunst, Kultur und Diskurs weiter hochhalten und pflegen können."
Quellen: MDR KULTUR (Michael Ernst), Die Theater Chemnitz
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