13:18 Uhr | Leipziger mit mulmigen Gefühlen in der Innenstadt

Der Architekturstudent an der HTWK, Bela, hat ein mulmiges Gefühl beim Besuch der Innenstadt. "Aber wirkliche Angst ist nicht da". Die Rentnerin Heide sagt: "Über die Grimmaische Straße zu laufen hat einen Makel. Es fühlt sich nicht mehr so an wie vorher". Am Mittag ist sie in der Innenstadt, will Blumen kaufen und in der Kirche ein Gebet sprechen. Für sie steht die Amokfahrt in Zusammenhang mit dem "Fehlen von geistigen und moralischen Werten in der Gesellschaft" und sie fragt sich, "warum so viele Menschen psychisch krank werden und keinen Halt mehr haben". Früher hätten Pfarrer geholfen, heutzutage Psychologen und Psychiater.

Es hat sich gewaltig was verändert. Man kann das ja nicht vergessen. Ich werde mich jedes Mal daran erinnern, wenn ich hier vorbei gehen werde.

HeideRentnerin aus Leipzig

Viele Leipziger laufen am Mittwoch mit gemischten Gefühlen durch die Innenstadt - vorbei an den Stellen der Amokfahrt.Bildrechte: MDR/Konstantin Henß

12:34 Uhr | Trauerflor und Schweigeminute bei RB-Spielen

Die Profimannschaften und das U19-Team von RB Leipzig werden bei ihren Spielen am Wochenende mit Trauerflor auflaufen. Wie der Club bekannt gab, gilt das als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit mit den Opfern, ihren Familien und allen, die von der Amok-Fahrt in der Innenstadt betroffen sind. Zudem wird es vor Anpfiff jeweils eine Schweigeminute geben.

RB Leipzig setzt damit ein gemeinsames, stilles Zeichen der Anteilnahme und des Zusammenhalts in unserer Stadt.

RB Leipzig

12:16 Uhr | Augenzeuge berichtet von Festnahme

Der 43 Jahre alte Libyer Akrem Abo Sninah schildert MDR SACHSEN, wie knapp er der Amokfahrt in Leipzig entging und wie er reagierte. Sninah rannte dem Tatfahrzeug hinterher, das kurze Zeit später zum Stehen kam. Da der Fahrer das Auto von innen verriegelt hatte, versuchte er zunächst, die Scheiben einzutreten. Als das nicht gelang, habe er gemeinsam mit anderen Passanten das Auto umstellt und den mutmaßlichen Täter damit festgesetzt.

Der vor neun Jahren nach Deutschland geflohene Mann sucht einen Taxifahrer aus Algerien, dessen Namen er nicht kennt. Der habe sich maßgeblich an der Festsetzung des Tatverdächtigen beteiligt: "Er war es auch, der den Autofahrer vor den herannahenden Männern schützte, die ihn angreifen wollten." Mit der Polizei habe der Taxifahrer den Verdächtigen dann aus dem Fahrzeug geholt.

11:52 Uhr | Sicherheitspoller an Einkaufsstraße

Am Vormittag haben Mitarbeiter im Auftrag der Stadt Poller am Eingang der Fußgängerzone aufgestellt. Es handelt sich um mehrere sogenannte Oktablöcke am Zugang zur Innenstadt, die der Täter bei seiner Fahrt passiert hatte. DDamit ist die Zufahrt an dieser Stelle bis auf weiteres für Fahrzeuge blockiert", sagt der Stadtsprecher Matthias Haßberg. Sollte ein Fahrzeug versuchen, die Hindernisse zu überwinden, würden sich die Blöcke unter dem Auto verkeilen und eine Weiterfahrt unmöglich machen.

Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

10:51 Uhr | Fakt ist!-Sendung zur Amokfahrt

Aus aktuellem Anlass hat "Fakt ist!" aus Dresden heute Abend sein Thema geändert. Mit dem Moderationsteam Friederike Schicht und Andreas F. Rook diskutieren Zuschauer im MDR-Bürgertalk über die Amokfahrt in Leipzig. Zudem sind Augenzeugen aus Leipzig zu Gast und u.a. auch der Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Zu sehen heute Abend ab 20:15 Uhr entweder im MDR-Livestream oder im MDR FERNSEHEN.

09:20 Uhr | Veränderungen an Grimmaischer Straße

Die Stadt Leipzig überdenkt ihr Sicherheitskonzept. Oberbürgermeister Burkhard Jung kündigte an, dass die Grimmaische Straße nicht mehr dauerhaft mit Fahrzeugen befahren werden kann. Erste Maßnahmen sollen schon heute umgesetzt werden.

Hier finden sich bislang Poller im Leipziger Stadtzentrum:

07:38 Uhr | Wo Raum zum Trauern ist

In den Innenstadtkirchen St. Nikolai und St. Thomas gibt es ganztägig Raum zum Trauern und Gedenken. Im Rathaus und in der Nikolaikirche liegen Kondolenzbücher aus. Zum zentralen Gedenkort entwickelt sich die Fassade des Paulinums der Universität Leipzig, wo Menschen seit Dienstag Blumen ablegen.

Das Kriseninterventionsteam Leipzig ist auch am Mittwoch mit mehreren Teams unterwegs und ansprechbar. "Nicht reden und sich zurückziehen wäre die schlechteste Idee in der Situation für Betroffene", sagte Heike Stellmacher vom Kriseninterventionsteams MDR SACHSEN. Man solle lieber mit qualifizierten Menschen reden.

Seelsorger und Kriseninterventionsteams sind auch am Mittwoch in der Innenstadt präsent, um mit Menschen zu sprechen, die über ihre Trauer wollen oder Stress wegen der Amokfahrt spüren.Bildrechte: picture alliance/dpa | Jan Woitas

06:51 Uhr | Sicherheitsdebatte: Leipzig soll keine Festung werden

Nach der Amokfahrt in Leipzig ist die Debatte um sichere Innenstädte wieder im Gange. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte am Dienstagabend in Leipzig, dass man bei Menschen mit psychischen Erkrankungen "mit einer gewissen Ohnmacht sagen" müsse: "Davor können wir uns nicht ausreichend schützen".

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) kündigte an, sämtliche Zufahrtswege in der Innenstadt zu überprüfen. Er sagte aber auch, man wolle die Innenstädte nicht als Festung ausbauen. Städte müssten "Orte des Miteinanders und der Begegnung bleiben". Das sieht der Experte für Veranstaltungsmanagement, Thomas Sakschewski, ähnlich. Der Wissenschaftler, der seit Jahren zur Sicherheit im öffentlichen Raum forscht, sagte dem MDR, hundertprozentigen Schutz könne es nicht geben. Das würde untragbare bauliche Maßnahmen und Zugangskontrollen erfordern.

06:30 Uhr | Schwerverletzte außer Lebensgefahr

Nach Behördenangaben kamen bei der Amokfahrt am Montagnachmittag in Leipzig zwei Menschen ums Leben (63 und 77 Jahre alt), mindestens sechs weitere wurden verletzt, zwei davon schwer. Die Schwerverletzten seien inzwischen außer Lebensgefahr.

Bildrechte: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Maria Castro

Mittwoch, 6. Mai 2026, 06:00 | Forensisch-psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten

Die Staatsanwaltschaft Leipzig sieht nach eigenen Angaben dringende Gründe vorliegen, dass der Autofahrer der Amokfahrt die Tat mit zwei Toten und sechs Verletzten in einem Zustand der erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen hat. Laut Unterbringungsbefehl hat der 33-Jährige mit dem Ziel gehandelt, möglichst viele Menschen zu töten, beziehungsweise zu verletzen. Bei den Tatumständen seien "die Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe erfüllt".

Weitere Aufschlüsse erhoffen sich die Ermittler von einer forensisch-psychiatrischen Begutachtung des Beschuldigten. Abhängig vom Ergebnis könne die derzeitige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in einen Haftbefehl umgewandelt werden.

04./05.05. | Ticker über die Amokfahrt am Montag und Dienstag

MDR (kbe/cko/jru/wim/lam/kk/abe)/dpa

Weiterführende Links

  • Amokfahrt: Rekonstruktion einer schrecklichen TatVideo

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