Regionalität und Sprache können politisches Wahlverhalten beeinflussen
Einkommen, politische Programme und letztendlich persönliche Überzeugung – das sind die üblichen Verdächtigen unter den Erklärungsversuchen für Wahlentscheidungen. Eine Studie der Universität Witten/Herdecke, die jetzt im Fachblatt American Political Science Review erschienen ist, bringt jetzt aber einen weiteren Faktor ins Spiel: Soziale Zugehörigkeit, und zwar insbesondere Sprache und Herkunft.
Der Untersuchung liegt eine neue Forschungsmethode zugrunde, die zeigt, welche Gemeinsamkeiten zwei Menschen haben, die gleich wählen – die sogenannte "Covoting Regression". Die Forschenden erklären: Aus sozialer Zugehörigkeit, der sogenannten Coethnizität, folge auch der Konsum ähnlicher Informationsquellen und Unterhaltungen mit ähnlichen Menschen. Der Effekt sei dabei viermal größer als bei Merkmalen wie Einkommen, Bildung, Religion oder Unterschieden zwischen städtischem und ländlichem Raum.
Daten für Länder in Subsahara-Afrika, Effekt auch in Europa
Der Analyse liegen Daten aus Subsahara-Afrika zugrunde, wo Menschen in einem Land viele verschiedene Sprachen sprechen, sei aber auch in Europa sichtbar, etwa im dreisprachigen Belgien. In Deutschland seien die Auswirkungen abgeschwächt, bei der CSU in Bayern jedoch besonders deutlich. Die Forschenden erklären, dass Studien nahelegten, dass sich ähnliche Muster auch beim Erstarken der AfD zeigen könnten.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke