Bahn-Neubaustrecke zwischen Dresden – Prag wird um mehrere Milliarden Euro teurer
Für die weitere Planung zum Neubau der Bahnstrecke Dresden – Prag hat der Bundesverkehrsausschuss grünes Licht gegeben. Die voraussichtlichen Kosten für den Ausbau der Bahnstrecke sind auf 5,6 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus einem Bericht der Bundesregierung an den Bundestag hervor (Drucksache 21/4400, Seite 5). Werden die finanziellen und technischen Risiken in der sogenannten Gesamtwertprognose mit eingerechnet, sind es rund acht Milliarden Euro. Vor zwei Jahren war noch von 2,3 Milliarden Euro die Rede. Die Finanzierung ist bislang aber nicht geklärt.
Was hinter der Kostensteigerung steckt
Diese Kostensteigerung sei nicht ungewöhnlich, erklärte das Büro der sächsischen Bundestagsabgeordneten Paula Piechotta (Grüne) auf Anfrage von MDR SACHSEN. Je konkreter eine Planung werde, umso mehr Kostenfaktoren tauchten auf. Mal seien es berechtigte Anliegen der Bürger, mal mehr technische Anforderungen, schließlich auch die allgemeine Kostensteigerung, hieß es. Paula Piechotta sagte, die Bundesregierung müsse nun die weitere Streckenplanung beauftragen und die Finanzierung sicherstellen.
Wie geht es weiter mit den Plänen? (zum Aufklappen)
- Laut der Bundestagsabgeordneten Piechotta gibt es drei entscheidende Momente: Erstens muss die Bundesregierung das Geld für die weitere Planung der Strecke freigeben, denn auch die Planung der Bahn kostet Geld.
- Voraussichtlich am 6. Juli wird die Koalition in Berlin den Haushaltsentwurf für 2026 und die Finanzpläne bis ins Jahr 2030 vorstellen. Spannend werde, ob in der Finanzplanung die Bahnstrecke Dresden – Prag auftaucht.
- Im Herbst wird das EU-Parlament in Brüssel über Förderungen für grenzüberschreitende Schienenprojekte beschließen - und zwar bis ins Jahr 2034 hinein.
Vor 2044 rollt kein Zug
Diskutiert wird über die Neubaupläne schon seit 1990. Mittlerweile steht der Ausbau der Bahnstrecke Dresden – Prag im Bundesverkehrswegeplan. Kernstück soll ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Osterzgebirge werden. Anfang des Jahres ging die Deutsche Bahn von einem Baubeginn ab 2032 aus. Mitte der 2040er-Jahre könnte alles fertig sein.
Reisen von Wien nach Prag, Güter vom Orient an die Ostsee
Der Ausbau der Bahnstrecke soll die Reisezeit verkürzen. Zudem soll die Region besser ans europäische Schienennetz angebunden werden. Konkret geht es beim Personenverkehr um eine bessere Anbindung von Berlin, Dresden, Prag und weiter nach Wien. Zwischen Dresden und Prag soll man dann statt zweieinhalb Stunden nur noch eine Stunde im Zug fahren.
Beim Güterverkehr geht es um die Frachtwege vom Orient nach Nordeuropa und an die Ostsee. Mit dem Streckenausbau könnten mehr Güterzüge rollen, etwa 150 täglich durch den neuen Tunnel. Zugleich soll das derzeit lärmbelastete Nadelöhr Elbtal zwischen Dresden und Ústí nad Labem in Tschechien entlastet werden.
MDR (kk/ask)
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