Der Prozess zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt könnte im Juni zu Ende gehen. Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg setzte zusätzliche Termine für den kommenden Monat an. Außerdem fragte er bei den Prozessbeteiligten bereits ab, wie viel Zeit sie für ihre Plädoyers benötigen. Der späteste derzeit vorgesehene Verhandlungstag ist der 26. Juni.

Am Montag stellten Sachverständige zudem weitere Gutachten zu Betroffenen vor. Viele Betroffene meiden demnach Situationen mit Menschenmengen. Andere seien besonders wachsam, schreckhaft oder geräuschempfindlich. Häufig berichteten die Gutachter außerdem von Schlafstörungen, Alpträumen und Konzentrationsproblemen.

Leipziger Vorfall kann Symptome wieder verstärken

Auch die kürzliche Amokfahrt eines Autofahrers in eine Leipziger Fußgängerzone kann nach Einschätzung eines Sachverständigen für Betroffene des Anschlags von Magdeburg eine erhebliche Belastung sein.

Der Gedanke, dass sich ein solcher Vorfall nicht nur auf Weihnachtsmärkte beschränke, sei für Betroffene schwer belastend, sagte der Gutachter im Landgericht Magdeburg. Die jeweilige Symptomatik könne dadurch wieder aufleben oder sich verstärken.

Vor rund einer Woche war ein 33 Jahre alter Mann aus Leipzig mit seinem Wagen in eine Fußgängerzone gefahren und hatte mehrere Menschen erfasst. Zwei Menschen starben, sechs weitere wurden verletzt.

Prozess unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

Ein letztes Gutachten ist für Dienstag vorgesehen. Dabei geht es sowohl um körperlich verletzte Menschen als auch um Betroffene, die nicht direkt körperlich verletzt wurden, aber nach Einschätzung der Gutachter bis heute erheblich unter den Folgen des Anschlags leiden.

Das Landgericht Magdeburg verhandelt seit dem 10. November 2025 unter hohen Sicherheitsvorkehrungen gegen den Angeklagten Taleb A.. Am Montag fand der 32. Verhandlungstag statt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 20. Dezember 2024 mit einem Auto rund 350 Meter weit über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gefahren zu sein. Fünf Frauen und ein neunjähriger Junge starben. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt.

dpa, MDR (Hannes Leonard)

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