Gasexplosion in Görlitz: Experte erklärt Ursachen und gibt wichtige Sicherheitstipps
- Die Voraussetzungen für Gasexplosionen: Gas, Sauerstoff und Zündquelle müssen vorhanden sein.
- Manipulationen und fehlender Zugang für Kontrolleure erhöhen Risiko, dennoch sind Gasexplosionen insgesamt selten.
- Verhalten im Notfall: Gasgeruch ernst nehmen, lüften, Notrufnummer bereithalten und auf keinen Fall elektrische Schalter betätigen.
Herr Rosin, wie kann es sein, dass es in einem Mehrfamilienhaus zu einer solchen Gasexplosion kommt? Welche Faktoren müssen da zusammenkommen?
Rein technisch gesehen muss erstmal Sauerstoff da sein, also aus der Umgebungsluft, ebenso Gas als brennbarer und explosiver Stoff, und auch die Zündquelle muss gegeben sein. Ohne eines von den dreien wird es nicht zu einer Gasexplosion kommen. Eigentlich ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass eine Gasexplosion passiert. Denn alle modernen Hausanschlüsse haben eine sogenannte Gasmangelsicherung, die automatisch zumacht, wenn der Druck abfällt. Eine Bitte von mir an Privatleute: Auf keinen Fall an irgendeiner Gasinstallation etwas manipulieren! Sonst setzt man nämlich diese Gasmangelsicherung aus Versehen außer Kraft.
Und so eine Gasmangelsicherung haben auch ältere Häuser?
Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Wir haben in unserem Netzgebiet jedenfalls einen sehr guten Überblick. Ich gehe davon aus, dass die Stadtwerke Görlitz den auch haben. Leider erleben wir es leider in den letzten Jahren aber immer häufiger, dass wir keinen Zutritt bekommen zu den Häusern, wenn wir dort Kontrollen machen, um zum Beispiel zu überprüfen, ob aktuelle und moderne Anschlüsse verbaut sind.
Wenn es denn eine Gasexplosion war in Görlitz, wie oft kommt denn sowas heutzutage noch vor?
Da bin ich zu wenig Statistiker, um Ihnen das sagen zu können, aber es ist äußerst selten. Und in allen Fällen, die mir bekannt sind, handelt es sich um Manipulationen an Gasleitungen. Bei solchen Aktionen passiert es relativ häufig durch mangelnde Fachkenntnis, dass Gas ausströmt. Aber selbst dann muss es nicht zu Explosionen kommen – wir geben ein Geruchsmittel dazu, ein sogenanntes Odormittel, das diesen typischen Gasgeruch verursacht, und so nimmt man sehr schnell und weit von irgendeiner Explosionsgrenze entfernt diesen Gasgeruch wahr. Das ist dann das nächste Zeichen, auf das man achten sollte, auch als Privatmensch.
Was empfehlen Sie denn Mietern oder auch Hausbesitzern, wenn es dann doch mal nach Gas riecht? Wie sollte man sich da verhalten?
An den Gaszählern sind in der Regel Aufkleber drauf, wo die Telefonnummer für den Notfall draufsteht. Es wäre ganz gut, wenn man sich das auf einen Zettel geschrieben hat, der gut sichtbar in der Nähe liegt. Das ist immer der erste Schritt. Der zweite Schritt ist, wenn man die Chance hat, zu lüften, wo sich möglicherweise Gas angesammelt hat. Gas ist leichter als Luft, jedenfalls in vielen Fällen. Der Luftstrom trägt es dann raus. Die explosive Atmosphäre wird damit verdünnt und kann nicht mehr explodieren. Und der dritte Schritt: auf keinen Fall irgendwelche Lichtschalter betätigen! Wenn schon eine explosive Atmosphäre da ist, dann kann ein Überschlagsfunken von einem Lichtschalter eine Explosion auslösen.
MDR (mze)
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