Als Biathlet Tommaso Giacomel den Zielstrich des Sprintrennens von Oberhof erreicht, reckt er seinen rechten Arm mit dem Trauerflor gen Himmel – in Erinnerung an den Norweger Sivert Bakken. Die zwei waren befreundet. Etwas später steht fest: Der Italiener hat das Rennen gut zwei Wochen nach dem plötzlichen Tod Bakkens, der nur 27 Jahre alt wurde, sogar gewonnen.

In Oberhof hatte Giacomel nach zehn Kilometern 13,2 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Philipp Nawrath. Dritter wurde der Norweger Johannes Dale-Skjevdal (+25,2 Sekunden), den Giacomel im Zielraum umarmte. „Es gibt nicht wirklich etwas zu feiern heute“, sagte der 25 Jahre alte Italiener nach dem Rennen und betonte, wie schwer ihm die vergangenen zwei Wochen gefallen seien. Es seien „die schlimmsten überhaupt“ für ihn gewesen, und er habe während des Rennens oft an Bakken gedacht.

Giacomel und Bakken waren seit neun Jahren befreundet. Der Italiener hatte am Tag der Todesnachricht auf Instagram berichtet, dass sie geplant hatten, zusammen Skizufahren. „Doch du bist nicht aufgetaucht. Wir hatten auch geplant, Silvester gemeinsam zu feiern, aber du wirst nicht da sein“, schrieb er.

In Oberhof nun sagte Giacomel, er werde „Sivert immer mit sich tragen, in allem im Leben“. Dieser sei für ihn ein besonderer Mensch gewesen sei. Seinen Sieg widmete er ihm.

In Erinnerung: Startnummer 1 für Bakken

In dem ersten Rennen nach dem unerwarteten Tod Bakkens war Philipp Horn als Siebter zweitbester Deutscher. David Zobel wurde Zwölfter, Lucas Fratzscher kam auf Platz 16. Damit verschaffte sich das Quartett eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag (12 Uhr/ARD und Eurosport).

Vor dem Auftaktrennen in Oberhof hatte es eine Gedenkzeremonie für Sivert Bakken gegeben. Die norwegischen Biathleten hielten dabei unter Tränen die Bakken zugeloste Startnummer 1 hoch und applaudierten in Erinnerung an ihren ehemaligen Mannschaftskollegen.

Bakkens Teamkollege Johan-Olav Botn, der aktuell erkrankt fehlt, hatte den 27-Jährigen am 23. Dezember tot in dessen Hotelzimmer in Lavazé/Italien gefunden. Die Norweger waren dort zum Höhentraining gewesen. Die Ergebnisse der Autopsie werden vermutlich erst Anfang März vorliegen. Die Beerdigung Bakkens wird am Dienstag in Lillehammer/Norwegen sein.

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