Das Duell des VfL Wolfsburg gegen den FC St. Pauli nahm in der Halbzeitpause richtig Fahrt auf. Der Sender Sky übertrug die Party und zur Analyse des ersten Spielabschnitts war Moderatorin Britta Hoffmann Experte Dietmar Hamann zur Seite gestellt worden.

Bei St. Pauli hatte Eric Smith in der 40. Minute für den 1:1-Ausgleich gesorgt, die Wolfsburger Führung zuvor aber war Hamann ein Dorn im Auge. Zumindest das Vorspiel dazu.

Kurzer Rückblick. In der 22. Minute hatte Wolfsburgs Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt mittig von der Strafraumgrenze aus den Abschluss gesucht. Der Ball wurde von St. Paulis Hauke Wahl mit dem abgespreizten Arm abgelenkt und landete knapp neben dem Tor.

Schiedsrichter Frank Willenborg hatte sofort angezeigt, dass aus seiner Sicht der Arm angelehnt war, alles also regelkonform nach seinem Dafürhalten gewesen sei. Sofort war aber auch Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer an der Seitenlinie zur Stelle. Wild gestikulierend signalisierte er dem Unparteiischen, dass der Videobeweis tunlichst bemüht werden müsse.

Hamann sei „richtig emotional“ geworden, berichtete die Sky-Moderatorin

Tatsächlich schaltete sich der VAR ein, dafür hätte es wahrscheinlich nicht Bauers Intervention bedurft. Nach Ansicht der Bilder korrigierte sich Willenborg und gab den vom Wolfsburger Trainer vehement geforderten Handelfmeter. Christian Eriksen verwandelte ihn schlussendlich mit seinem ersten Treffer für den Werksklub.

Im Sky-Studio berichtete nun Moderatorin Hoffmann, dass Hamann bei einer Szene „richtig emotional“ geworden sei. Es passierte beim Anblick des wild fuchtelnden Wolfsburger Trainers. Warum, wollte Hoffmann von Hamann wissen.

„Weil es nicht geht“, echauffierte sich Hamann: „Die Reaktion von Daniel Bauer nach dem Handspiel ist für mich eine Frechheit und eine Unsportlichkeit, die auch geahndet werden sollte. Er zeigt als Trainer an: Videobeweis, schaut euch das an. Das sind Reaktionen, die kennen wir aus fernen Ländern, aber nicht in der Bundesliga. Ich weiß nicht, ob man ihn dafür belangen kann. Er ist noch nicht sehr lange Cheftrainer in der Bundesliga, das sollte er in Zukunft lassen.“

Der 43-Jährige hatte im November als Interimstrainer die Nachfolge des entlassenen Paul Simonis übernommen, er war zuvor U19-Trainer des Klubs. Nach sieben Punkten aus vier Spielen wurde Bauer noch vor der Winterpause zum Cheftrainer befördert.

Bauer konnte dann auch am Ende jubeln, sein Team verbuchte im Kampf gegen den Abstieg einen wichtigen Sieg, sechs Punkte Vorsprung sind es nun auf den Relegationsplatz.

In der 88. Minute erzielte Dzenan Pejcinovic den Siegtreffer. Der VfL-Stürmer erzielte fünf der letzten sechs Wolfsburger Tore. Das Team verhinderte mit dem Sieg gegen St. Pauli einen neuen Vereinsnegativrekord und kommt noch auf 18 Hinrundenpunkte, nie waren es weniger (2005/06 ebenso wenige). Und: im siebten Anlauf gewannen die Gastgeber erstmals ein Bundesliga-Spiel gegen den FC St. Pauli (zuvor fünf Remis und eine Niederlage).

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