Ukaleq Slettemark arbeitet auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspiele in Mailand Cortina (6. bis 22. Februar) hin. Auf diesem Weg sieht sich die 25-jährige Biathletin aus Grönland nun aber zusätzlicher Unruhe ausgesetzt. Der Grund: US-Präsident Donald Trump, der immer wieder betont hat, dass er ihre Heimat übernehmen wolle.

„Es ist erschreckend“, sagte Slettemark der Nachrichtenagentur „Associated Press“ im Rahmen des Weltcups in Ruhpolding, an dem die Athletin genauso wie ihr Bruder Sondre teilnimmt. „Wir malen uns das schlimmste Szenario aus. Meine Tante hat nachts Schlafstörungen. Meine Mutter ist gestern im Stadion weinend zusammengebrochen, weil sie solche Angst hat.“

Die Geschwister Slettemark treten im Weltcup für Grönland an. Sollten sie sich aber für die Olympischen Spiele qualifizieren – die Entscheidung fällt in der kommenden Woche –, werden sie allerdings für Dänemark antreten, da Grönland kein souveräner Staat mit einem eigenen Nationalen Olympischen Komitee ist.

Slettemark betonte zwar, dass sie Sportlerin und keine Politikerin sei, sagte aber auch, dass die Drohungen der USA nicht ignoriert werden könnten. Es würde sie zusätzliche Anstrengung kosten, sich auf das Training und die Wettkämpfe zu konzentrieren, da sie sich Sorgen um ihre Heimat mache.

„Die Menschen sprechen davon, dass sie Grönland vielleicht verlassen müssen, weil sie sich dort so unsicher fühlen“, sagte sie. „Wir sind erschrocken und sehr wütend, denn so spricht man nicht mit einem anderen Land, so spricht man nicht mit seinen Verbündeten. Wir fühlen uns sehr respektlos behandelt und haben große Angst.“

Slettemark kommt aus Biathlon-Familie

Slettemark, die bereits bei den Olympischen Winterspielen 2022 für Dänemark antrat, wurde in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands, geboren. Ihre Eltern waren beide Biathleten: Ihr Vater, Øystein Slettemark, nahm 2010 an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teil, und ihre Mutter, Uiloq, gründete den grönländischen Biathlonverband.

Die Drohungen aus den USA verfolgt die Familie jeden Tag. Von anderen Athleten würde sie regelmäßig gefragt, wie es ihr gehe. Slettemark betonte, dass sie keinen Groll gegen die Mitglieder des US-Teams hege. „Ich bin mit den US-Athleten sehr gut befreundet“, sagte sie. „Ich finde, sie sind alle wirklich nett.“

Slettemark hofft, dass die Amerikaner Druck auf den Kongress ausüben, um den Plan zur Übernahme Grönlands zu stoppen, den sie mit der Invasion des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine vergleicht. Russland wurde nach der Invasion im Jahr 2022 von den Olympischen Spielen ausgeschlossen – Athleten aus dem Land sind im Biathlon bis heute nicht wieder startberechtigt.

Slettemark sagte, sie habe Stimmen aus dem Biathlon-Zirkus vernommen, dass dasselbe auch mit den US-Athleten geschehen solle, wenn Trump Grönland gewaltsam übernehmen würden. „Ich habe selbst definitiv so gedacht, aber wir sind derzeit noch nicht an diesem Punkt, da noch nichts passiert ist“, sagte sie. „Aber wenn es dazu kommen sollte, würde ich ebenfalls zustimmen, dass dies die richtige Vorgehensweise wäre.“

Ihre beste Platzierung im Weltcup gelang Slettemark in der Saison 2022/23 mit einem 21. Platz im Einzel von Ruhpolding. Mit Bruder Sondre startet sie regelmäßig in Weltcup- und WM-Mixed-Staffels. Zum Weltcup-Auftakt in Östersund wurden die beiden 16. und acht Duos hinter sich. Slettemark lebt in Lillehammer und wird bei den Rennen vom norwegischen Team unterstützt.

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