Merz-Vertrauter spricht von möglichem WM-Boykott
Die US-Regierung zeigt sich von der Ankunft von Soldaten aus Nato-Staaten in Grönland unbeeindruckt. „Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben“, sagte die Regierungssprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, im Weißen Haus.
Trump hatte das zu Dänemark gehörende Grönland mehrfach als strategisch wichtig bezeichnet und mit einer möglichen Annexion gedroht. Notfalls auch gewaltsam. Nach der Intervention des US-Militärs in Venezuela sind die Ängste vieler Menschen gewachsen, dass Trump es mit seinen Drohungen in Richtung Grönland, Dänemark und der EU ernst meinen könnte. Sollte Trump Grönland wirklich annektieren, könnte dies nicht nur massive Auswirkungen auf den Fortbestand der Nato haben, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft in fünf Monaten in Kanada, Mexiko und den USA.
Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion und Vertrauter von Bundeskanzler Friedrich Merz, zieht in diesem Fall sogar einen Boykott in Betracht. „Eine Turnierabsage käme allenfalls als Ultima Ratio in Betracht, um Präsident Trump in der Grönlandfrage zur Vernunft zu bringen“, sagte Hardt der „Bild“. Er verweist darauf, „welch hohen Stellenwert die WM für Trump hat“. Der Außenexperte zeigte sich „zuversichtlich, dass wir in der Grönlandfrage innerhalb der Nato zu einem besseren gemeinsamen Sicherheitsverständnis gelangen werden“.
„Infantino hat sich zu einem Autokraten entwickelt“
Der Weltfußballverband Fifa und sein Präsident Gianni Infantino haben sich bisher nicht zu den weltpolitischen Entwicklungen geäußert. Die Kritik an Infantino wird derweil immer größer. Der ehemalige Uefa-Präsident Michel Platini hat seinen ehemaligen Weggefährten deutlich kritisiert und hofft auf ein stärkeres Engagement aus Europa gegen den Fifa-Chef.
„Infantino war eine gute Nummer zwei, aber er ist keine gute Nummer eins. Er hat sehr gut bei der Uefa gearbeitet, aber er hat ein Problem: Er mag reiche und mächtige Menschen, die mit Geld“, sagte Platini dem englischen „Guardian“. „Das ist sein Charakter. Er war so als Nummer zwei, aber damals war er nicht der Boss.“
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In der Zeit von Platini als Anführer der Europäischen Fußball-Union war Infantino von 2009 an Generalsekretär. Als der damalige Fifa-Präsident Joseph Blatter und Platini während der Skandaljahre im Weltfußball gesperrt wurden, stieg Infantino 2016 zum Chef des Weltverbands auf. Im Prozess um eine Millionenzahlung wurden Blatter und Platini in der Schweiz zuletzt rechtskräftig freigesprochen.
Platinis Hoffnung auf den Uefa-Präsidenten
Infantino steht unter anderem wegen seines Umgangs mit Donald Trump in der Kritik. Dem US-Präsidenten hatte der Weltverband zuletzt den neu eingeführten Fifa-Friedenspreis verliehen. „Leider hat sich Infantino immer mehr zu einem Autokraten entwickelt seit der Pandemie. Er hat das Spiel verloren. Es gibt weniger Demokratie als zu Blatters Zeiten“, sagte Platini.
Der frühere Weltklassefußballer setzt auf die Uefa mit Präsident Aleksander Ceferin, um den Einfluss der Fifa im Weltfußball einzudämmen. „Die Uefa war immer etwas Wichtiges: Es war ein Gegengewicht zu den dummen Sachen, die die Fifa macht. Du musst energischer sein, wenn du die Werte des Fußballs verteidigst“, sagte Platini und meinte mit Blick auf den Slowenen Ceferin: „Ich habe keinen Kontakt zu ihm und will mich nicht einmischen, aber ich denke, das ist der einzige Weg, Infantino zu stoppen, etwas Dummes zu tun.“
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