Das Medienunternehmen Dyn sowie die Bundesligen und der Verband wollen den Handball nach dem Gewinn der Silbermedaillen der Frauen bei der WM und der Männer bei der EM auf eine neue Ebene heben. „Jetzt ist Handball tatsächlich nicht mehr auf der Abschussrampe, sondern jetzt verlässt die Rakete so langsam die Basis“, sagte Dyn-Gründer und -Gesellschafter Christian Seifert bei einer Pressekonferenz am Rande der Sportbusiness-Konferenz SpoBis in Hamburg.

Knapp 13 Millionen Zuschauer hatten das verlorene EM-Endspiel der Auswahl des Deutschen Handball-Bunds (DHB) gegen Dänemark im ZDF gesehen, beim Streamingdienst Dyn waren an die 200.000 Zuschauer dabei. Das Publikum habe sich um ein Lagerfeuer versammelt. „Wie damals bei ,Wetten, dass..?‘“, sagte der DHB-Vorstand Mark Schober.

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Dieser Schwung soll jetzt mitgenommen werden. „Wir sind die Lokomotive des Welthandballs“, sagte Frank Bohmann selbstbewusst. Der Geschäftsführer des Ligaverbandes Handball-Bundesliga (HBL) ergänzte aber auch: „Der Handball wird nichts werden, wenn HBL und DHB nicht Vollgas geben.“

Fünf Millionen Handballfans noch ohne Lieblingsklub

Als „emotionalen Anker“ hat Seifert dabei die Clubs ausgemacht. Der Dyn-Boss sagte, dass etwas mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland sich als Handball-Fans bezeichnen. Aber: „Da draußen sind fünf Millionen Handball-Fans, die haben noch keinen Lieblingsclub. Wenn ich Club wäre, wüsste ich jetzt, was ich tue.“ Die Menschen müssten erkennen, dass Andreas Wolff nicht nur der Torhüter der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch des THW Kiel sei, ergänzte Bohmann.

Auf die Clubs würden in den kommenden Monaten große Herausforderungen warten. „Die nächsten 18 Monate werden über die Zukunft von Handball in Deutschland entscheiden“, sagte Seifert. Der Dyn-Gründer regte Änderungen bei den Clubs an. „Vielleicht spare ich mal Kaderspieler 16, 17 oder 18 ein und stelle vielleicht lieber noch jemand ein fürs Marketing ein.“

Keine Angst vor den Europa-Plänen der NBA

Angst vor Plänen wie der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA zu einer Ausdehnung nach Europa hat zumindest die HBL nicht. In den beiden Halbfinals der Europameisterschaft waren 44 Spieler aus der HBL beteiligt. Bohmann: „Die HBL ist die NBA des Handballs.“

Für Christian Seifert „steht und fällt alles mit der Aufmerksamkeit der Menschen. Und die ist jetzt da.“ Die Chance zur nächsten Bewährung hat der Handball spätestens im Januar 2027. Dann steht in Deutschland die Männer-Weltmeisterschaft auf dem Programm.

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