Manuel Baum war kaum zu beruhigen. Erst lieferte sich der Trainer des FC Augsburg nach dem 0:2 beim 1. FSV Mainz 05 ein hitziges Wortgefecht mit Schiedsrichter Patrick Ittrich, dann redete er sich auf der Pressekonferenz in Rage über den Video-Assistenten. „Wir sind als FC Augsburg in den vergangenen Wochen öfter benachteiligt worden. Daran können wir nichts ändern, aber ich will das auch nicht einfach so hinnehmen“, schimpfte Baum.

Der Ärger des 46 Jahre alten Fußball-Lehrers entzündete sich an einem äußerst fragwürdigen Elfmeter, der zum frühen Rückstand der bayerischen Schwaben geführt hatte. Nach einem Strafraumduell zwischen Elvis Rexhbecaj und dem Mainzer Stefan Bell hatte Ittrich auf Strafstoß entschieden, der auch nach minutenlanger Überprüfung des VAR Bestand hatte.

„Im Videokeller wurde ein Kontakt gesucht, aber nicht gefunden. Da wäre es das Mindeste gewesen, dass der Schiedsrichter rausgeschickt wird, um sich das selbst anzuschauen. Dann wäre er zum Schluss gekommen, den Elfmeter zurückzunehmen. Es ist für mich komplett unverständlich, warum das nicht geschehen ist. Man sieht in keinem Bild eine Berührung, da bewegt sich nicht einmal ein Stutzen. Man sieht nur einen Spieler, der hinfällt“, polterte Baum. Aus seiner Sicht sei es „aberwitzig, dass ein nicht sichtbarer Kontakt dazu führt, dass die Entscheidung bestehen bleibt“.

Referee nicht glücklich mit Entscheidung

Ittrich erklärte die Szene nach Abpfiff zunächst so: „Ich stand auf dem Platz und habe gesehen, dass der Spieler Bell ganz klar den Ball spielt und der Spieler Rexhbecaj voll durchzieht und es zu einem klaren Kontakt am Fuß kommt und ich höre ihn auch. Ich habe mich dann für Elfmeter entschieden und war dann im Kontakt mit dem Video-Assistenten. Die haben die Bilder geprüft und konnten es weder widerlegen noch belegen.“

Später räumte der Referee jedoch ein: „Ich habe die Bilder gesehen und muss sagen, das ist schon eher dünn.“ Kein Wunder, dass der angebliche Sünder Rexhbecaj kein Verständnis für die Entscheidung hatte. „Es ist bitter, denn selbst mit der Lupe siehst du fast gar keinen Kontakt“, sagte der 28-Jährige. Selbst Bell sprach nur von einer „leichten Berührung“. Rexhbecaj berichtete, der Mainzer habe ihm zugeflüstert, er sei eben „clever gefallen“.

Rexhbecaj für Abschaffung des VAR

Sodann setzte Rexhbecaj zu einer Generalabrechnung mit dem Video-Assistenten an. „Jede Mannschaft hat damit zu kämpfen. Vorige Woche waren es drei andere Vereine, wo Skandal-Entscheidungen getroffen wurden. Der VAR macht einfach viel zu viele Fehler, warum auch immer.“ Der Mittelfeldspieler plädiert daher für eine Rückkehr zum alten System. „Ich wünsche mir, dass es wieder ist wie früher. Ich könnte mit Fehlentscheidungen des Schiedsrichters besser leben als mit Fehlentscheidungen nach Videobeweis. Das dürfte es eigentlich gar nicht geben“, sagte Rexhbecaj – und bekam in Bezug darauf Unterstützung von Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann. Der redete sich als Experte bei Sky in Rage.

„Ich weiß nicht, wo er ihn getroffen haben soll“, schimpfte Hamann am Samstag. Er appellierte an die Bundesliga-Protagonisten, endlich entschieden gegen den VAR vorzugehen. „Alle schimpfen. Der Schlotterbeck, der Baum, überall schimpfen alle“, fand Hamann und legte wütend nach: „Dann macht doch mal was! Dann macht doch mal was! Geh doch mal zum DFB und sag: ,Wir müssen was machen.‘ Weil so kann es nicht weitergehen.“

Der Ex-Nationalspieler unterstrich, dass zahlreiche Anhänger genauso denken wie er. Er zog einen Vergleich zu einer Abstimmung in Englands Premier League, wo sich wohl nur „einer“ gegen die Videotechnik ausgesprochen habe. Hamanns unmissverständlicher Appell: „Wenn sie nichts machen, dann sollen sie sich nicht jede Woche hinstellen und sagen: ,Oh, der Videobeweis.‘ Ich kann das nicht mehr hören. Ich kann das nicht mehr sehen.“

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