„Er wurde von den Russen getötet“, ruft die ukrainische Rodlerin und weint
Olena Smaha war stolz, nicht wegen ihrer Platzierung. Die Ukrainerin landete beim Olympiasieg von Rodlerin Julia Taubitz auf dem 20. Platz. Smaha war stolz auf ihre Leistung, darauf, ihr vom Krieg gebeuteltes Land repräsentieren und ihren Landsleuten in der Heimat wenige Momente der Freude schenken zu können. So wie ihr Landsmann Vladislav Heraskevych.
Der Skeleton-Pilot sorgte in den vergangenen Tagen für viel Gesprächsstoff. Der Grund dafür ist sein Helm, der Bilder von im Krieg getöteten 20 ukrainischen Sportlern zeigt. Das IOC verbot ihm dies, weil der besondere Kopfschutz den Regeln der Olympischen Charta widerspreche.
Trotz des Verbots kündigte Heraskevych an, den Helm weiterhin zu tragen: „Der Helm ist eine Hommage an Athleten, und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie. Ich glaube wirklich, dass wir damit gegen keine Gesetze und keine Regeln verstoßen“, sagte er.
Wie Heraskevych kannte auch Smaha Athleten, derer auf dem Helm erinnert wird, persönlich. „Ich unterstütze Vladislav voll und ganz. Das ist eine sehr starke und kraftvolle Geste von ihm. Eine Geste, um alle noch einmal daran zu erinnern. Daran zu erinnern, dass Russland jeden Tag die Ukraine tötet. Russland tötet jeden Tag die Ukraine, ukrainische Sportler und ukrainische Menschen. Und das gilt nicht als Verstoß gegen irgendwelche Regeln“, sagt Smaha.
„Jeden Tag Bomben, Angriffe auf unsere Städte, Drohnen“
Ihre Stimme stockt, sie entschuldigt sich. „Ich kenne einen derjenigen, die auf Vladyslavs Helm abgebildet sind, sehr gut“, sagt sie und bricht in Tränen aus: „Er war Eiskunstläufer. 2016 waren wir zusammen bei den olympischen Jugendspielen, und er ist 2023 bei Bachmut gestorben. Wir haben zusammen gegessen, zusammen gespielt, zusammen gelacht. Er war damals noch ein Kind. Jetzt wurde er von Russen getötet.“
Die Rodlerin betont, wie wichtig es ist, jeden Tag an den Krieg zu erinnern. Auch bei den Olympischen Spielen mit Aktionen wie die von Heraskevych. „Jeden Tag bekommen wir hier Nachrichten über Stromausfälle, Bomben und Drohnenangriffe. Meine Stadt Lviv hat 15 bis 17 Stunden am Tag keinen Strom. Jeden Tag Bomben, jeden Tag Angriffe auf Städte, jeden Tag Drohnen.“
Nach ihrem dritten Lauf solidarisierte sich Smaha mit einer Botschaft auf ihrem Handschuh mit Vladislav Heraskevych. Als sie vom Schlitten stieg, hielt sie ihre linke Hand in die Kamera. Auf dem Handschuh war geschrieben: „Erinnerung ist kein Verstoß.“
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