Das sind die toten Sportler, derer gedacht wird – eine wurde nur neun Jahre alt
Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) befasst sich am Freitag mit dem Einspruch des ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewytsch gegen seinen Olympia-Ausschluss. Eine Entscheidung wird noch im Laufe des Tages erwartet, um zu klären, ob der 27-Jährige am Abend zu den entscheidenden Läufen bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo antreten dürfe, teilte der Cas mit. Heraskewytsch bezeichnete seinen Ausschluss als ein „Propaganda-Instrument für Russland“.
Der Sportler war am Donnerstag unmittelbar vor einem Wettbewerb von den Spielen ausgeschlossen worden, weil er einen sogenannten „Helm der Erinnerung“ trug. Darauf zu sehen waren Bilder von zwei Dutzend seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 getöteten ukrainischen Athleten. Er erhalte weiterhin viele Drohungen von russischer Seite, sagte Heraskewytsch am Freitag nach seiner Anhörung vor dem Cas in Mailand. Ausgeschlossen worden war er, weil er mit dem Helm gegen das Gebot der politischen Neutralität bei den Spielen verstoßen haben soll.
„Jeder Sportler hat eine große Geschichte, und jedes Leben ist eine große Geschichte. Unter ihnen sind viele Kinder, die noch nicht einmal einen Eindruck vom Leben bekommen konnten, würde ich sagen, und genau darum geht es hier. Es sind viele Menschen, die ich persönlich kannte“, sagte Heraskewytsch über die auf seinem Helm abgebildeten Toten.
Das sind die Sportler, die auf dem Helm abgebildet sind
Dmytro Scharpar (†25): Der Eiskunstläufer war Mitglied des ukrainischen Nationalteams. Er nahm wie Heraskewytsch an den olympischen Jugendspielen 2016 in Lillehammer teil. Scharpar kämpfte für die ukrainische Armee ibei der Verteidigung gegen Russland, er starb 2022 nahe Bachmut.
Pawlo Ishschenko (†): Ishschenko war einer der stärksten Männer im ukrainischen Sport. Er war vierfacher ukrainischer Meister im Strongman. Er begann seine Karriere im Kraftdreikampf, in dem er Welt- und Europameister wurde. Er diente in der Armee und starb im vergangenen Oktober bei einem Kampfeinsatz.
Yevhen Malyschev (†19): Der Biathlet nahm an den olympischen Jugendspielen teil und gehörte dem Junioren-Nationalteam an. Malyschev fiel im Februar 2022 bei den Kämpfen um Charkiw, er galt als eines der größten Biathlon-Talente seiner Generation.
Kateryna Diaschenko (†11): Die rhythmische Sportgymnastin wurde nur elf Jahre alt. Sie starb im März 2022 bei der Bombardierung Mariupols. Auch ihre Eltern und ihr Bruder überlebten die Angriffe nicht.
Viktoria Ivaschko (†9): Ivaschko ist die jüngste Sportlerin, der Heraskewytsch mit seinem Helm gedenkt. Sie nahm an Nachwuchskämpfen im Judo teil. Sie starb gemeinsam mit ihrer Mutter bei einem Angriff auf Kiew.
Maria Lebid (†15): Lebid war Tänzerin. Sie ging in die neunte Klasse und bewarb sich mit diesen Worten als Schülersprecherin: „Ich bin 15 Jahre alt, habe eine musikalische Ausbildung und lerne leidenschaftlich gerne Englisch. Mein Hobby ist die Zimmerpflanzenzucht. Ich bin entschlossen, freundlich und fleißig. Ich versuche, das Leben mit Humor und Positivität anzugehen.“ Lebid starb bei einem Raketenangriff auf Dnipro.
Volodymyr Androschschuk (†22): Der Leichtathlet war ukrainischer Meister im Zehnkampf. Sein Ziel war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Er meldete sich freiwillig zur Armee und kam 2023 bei einem Einsatz nahe Bachmut ums Leben.
Maksym Halinischew (†22): Der Boxer gewann 2018 bei den olympischen Jugendspielen die Silbermedaille. 2017 holte er den Jugend-Europameistertitel. Er fiel 2023 in der Region Luhansk und wurde posthum von Präsident Selenskyj mit einem Tapferkeitsorden geehrt.
Kateryna Troian (†32): Nach ihrer Leichtathletik-Karriere wurde Troian IT-Spezialistin. Sie schloss sich als Drohnen-Operatorin der Armee an. Sie starb 2025 nahe Pokrowsk.
Oleksiy Habarov (†31): Der Sportschütze war Mitglied der Nationalmannschaft und kam im vergangenen Jahr bei einem Einsatz ums Leben.
Daria Kurdel (†20): Daria Kurdel war Landesmeisterin im Dancesport. Sie trainierte mit ihrem Vater auf einem Sportplatz, als 2023 Splitter einer Schrapnelle ihr Herz und die Leber trafen. Ihr Vater überlebte schwer verletzt, sie starb 2023.
Alina Perehudova (†14): Perehudova war ein hoffnungsvolles Talent im Gewichtheben. Sie gewann 2021 Goldmedaillen bei der ukrainischen U17-Meisterschaft. Im April 2022 starb sie zusammen mit ihrer Mutter durch russisches Artilleriefeuer in Mariupol.
Andriy Kutsenko (†34): Er war mehrfacher ukrainischer Meister im Bahnradfahren. Kutsenko meldete sich 2022 freiwillig zum Militärdienst, er starb im Juli 2024 bei einem Kampfeinsatz in der Donezk-Region.
Oleksiy Loginov (†23): Loginov war Eishockey-Torwart und spielte in der höchsten ukrainischen Liga. Er ließ 2022 sein Leben an der Front.
Karyna Bakhur (†17): Die Kickboxerin war Europameisterin. Sie starb bei einem Raketenangriff auf Berestyn bei dem Versuch, in einen Keller-Schutzraum zu gelangen.
Mykyta Kozubenko (†31): Der Wasserspringer war ukrainischer Meister. Er diente in der Nationalgarde.
Roman Polishchuk (†): Polishchuk war Weit- und Hochspringer. Er meldete sich zu Beginn der russischen Invasion freiwillig und kam 2022 ums Leben.
Ivan Kononenko (41†): Kononenko war Strongmen-Athlet und Schauspieler. Er fiel am 25. Februar 2025 als Oberleutnant nahe Kursk.
Andriy Varemenko (†25): Der Ringer war als Drohnen-Operator im Einsatz gegen den russischen Angriffskrieg. Er starb 2025 im Kampf.
Taras Shpuk (†34): Shpuk war Trainer der Nationalmannschaft im Hochsprung. Er engagierte sich auch als Coach bei den Invictus Games, eine Sportveranstaltung für erkrankte und verwundete Soldaten. Er fiel 2024 im Krieg.
Fedir Yepifanov (†18): Der Fechter war ukrainischer Juniorenmeister. Er starb 2022 im Einsatz an der Front.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke