Die Rechnung der deutschen Curlingspieler ist klar. Das Team um Skip Marc Muskatewitz muss bei den Olympischen Spielen drei der restlichen vier Vorrundenspiele gewinnen, um noch Chancen auf das Halbfinale zu haben. Nach der Niederlage gegen Großbritannien geht es am Montag gegen Schweden (14.05 Uhr, im WELT-Liveticker).

In Cortina d‘Ampezzo entwickelt sich die Curling-Halle zum Publikumsmagneten, besonders bei den Abendspielen ist die Halle voll. Fans aus Kanada, wo Curling Volkssport ist, strömen in die Arena, um ihr Team anzufeuern. Italiener feiern ihre Mannschaft, und die deutschen Fans sorgen für Stimmung.

„Bitte hört auf, die Menge davon zu entmutigen, laut zu sein, lasst sie verrückt werden,“ schrieb der Schweizer Yannick Schwaller bei Instagram, nachdem auf der Videowand zwischenzeitlich mal um Ruhe gebeten worden war. „Lieber haben wir es so und es rührt sich was“, sagt auch Bundestrainer Uli Kapp. Einen Zustand, den Muskatewitz, Benjamin Kapp, Felix Messenzehl, Johannes Scheuerl und Mario Trevisiol aus Deutschland, wo die Spiele vor 30 bis 70 Zuschauern stattfinden, nicht gewohnt sind.

Curlingspieler müssen ihren Sport erklären

Hierzulande gibt es um die 700 aktive Curlingspieler. „Oft müssen wir in Deutschland die Frage zu klären, was überhaupt Curling ist, weil es einfach hier nicht so verbreitet ist“, sagt Messenzehl und ergänzt: „Wir werden leider noch oft belächelt.“

Athletik, Konzentration und Strategie – Curlingspieler müssen sehr viel mitbringen, um ihren Sport, der auch Schach auf dem Eis genannt wird, erfolgreich auszuüben. „Viele unterschätzen wie fit man doch sein muss, um den Sport auf einem hohen Niveau zu machen. Das ist für uns in einer gewissen Weise frustrierend, weil wir halt einfach sehr viel Arbeit da hineinstecken. Und das wird von vielen Leuten nicht wirklich anerkannt. Das unterschätzen sehr viele und das ist für uns in einer gewissen Weise frustrierend, weil wir halt einfach sehr viel Arbeit hineinstecken“, sagte Messenzehl kurz vor Beginn der Olympischen Spiele.

Die Partien dauern mindestens zwei Stunden, die Partie gegen Kanada, bei der Deutschland kurz vor der Sensation stand, ging in die Verlängerung und war erst nach zweieinhalb Stunden entschieden. Durch die Fernseh-Präsenz auf der großen Bühne Olympia könnte sich die Einstellung ändern, hofft Messenzehl: „Ich denke, dass Curling durch die Aufmerksamkeit während der Olympischen Spiele und unsere Teilnahme in ein besseres Licht gerückt wird.“

Besonders, wenn es mit der überraschenden Qualifikation für das Halbfinale klappen sollte. „Das sind Kämpfertypen. Wir setzen uns zusammen und werden gemeinsam abfragen. Aber natürlich brauchen wir einen Sieg, die Schweden sind auch nicht sattelfest“, sagte Bundestrainer Uli Kapp nach der Niederlage gegen Großbritannien.

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