Es waren Szenen für die Darts-Geschichtsbücher: Bei der WM im Dezember hatte Cameron Menzies nach seinem Ausscheiden in der ersten Runde gegen Charlie Manby aus Wut versucht, seinen Stehtisch zu zertrümmern. Zuvor wollte er eine Funken-Fontäne mit der blanken Hand ausdrücken – und konnte froh sein, dass die Professional Darts Corporation (PDC) bei ihrer Bühnentechnik auf Cold Spark Machines, die kalte Funken versprühen, setzt. Ansonsten wären Menzies Verletzungen wohl noch schlimmer ausgefallen als die blutende Wunde, die er davontrug. Obwohl ...

Denn nun hat sich der schottische Dartsprofi erstmals ausführlich zum mit Abstand größten Ausraster der vergangenen Darts-WM geäußert. „Ich habe mir selbst großen Schaden zugefügt“, sagte Menzies am Rande der Poland Darts Open, dem ersten Turnier der diesjährigen European-Tour-Serie: „Im Grunde habe ich in Teilen meiner Finger kein Gefühl mehr wegen des Schadens, den ich angerichtet habe, deshalb tue ich mich enorm schwer.“

Menzies musste sich einer Operation an der Hand und einer mehrwöchigen Traumatherapie unterziehen. Er habe rund anderthalb Monate keinen Dart geworfen, schilderte der Schotte. „Man sieht es an der Narbe, ich habe einen riesigen Fehler gemacht und muss damit leben, ein Tischschläger zu sein. Es ist kein stolzer Moment in meinem Leben. Leider habe ich einen großen Fehler gemacht und muss ihn akzeptieren“, sagte Menzies. Den Ausraster hatte er bereits in einem schriftlichen Statement mit dem Tod seines Onkels erklärt. Ein mögliches zweites Spiel wäre auf den Tag der Beerdigung gefallen.

Menzies hatte noch Glück, dass er keine noch schlimmeren Verletzungen davongetragen hat. Es seien laut seiner Aussage nämlich weder Nerven noch Sehnen durchtrennt worden. „Ich bin glücklich, dass ich noch spielen kann“, so Menzies. Er habe zwar auf der einen Seite der Finger kein Gefühl. „Aber ich halte den Dart auf der anderen Seite, also habe ich in dieser Hinsicht Glück“, sagte Menzies.

Menzies feiert in Krakau zwei Siege

Dass er noch konkurrenzfähig sein kann, bewies er an den ersten beiden Turniertagen in Krakau. In der ersten Runde des Turniers gelang dem 36-Jährigen am Freitag ein 6:4-Erfolg gegen Ritchie Edhouse. Menzies spielte 95 Punkte im Schnitt, warf neun 180er. Am Samstag konnte er sich in der zweiten Runde gar mit einem 6:0-Whitewash gegen James Wade durchsetzen und spielte 99 Punkte im Average.

Abseits des Boards unterzieht sich Menzies aktuell einer Hypnotherapie. Schon in der Zeit vor seinem Ausraster litt der Weltranglisten-29. an mentalen Problemen. „Ich habe nie daran geglaubt, aber die PDPA (Interessengemeinschaft der Dartsprofis, d. Red.) hat mich zu acht Sitzungen geschickt. Ich bin mein eigener schlimmster Feind. Diese Leute helfen mir, besser zu werden“, sagte Menzies.

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