Gerade einmal 30 Tage sind es noch, bis in Guadalajara im Rahmen der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft ein Play-off-Spiel stattfinden soll. Am 27. März trifft Neukaledonien auf Jamaika. Angesichts der jüngsten Welle der Gewalt nach dem Tod eines mächtigen Drogenbosses in Mexiko wachsen allerdings Sorge und die Zweifel, wie es während des Turniers um die Unversehrtheit von Teilnehmern und Fans bestellt sein wird. Können die Spiele überhaupt wie geplant stattfinden?

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum ging am Dienstag schon mal in die Offensive und gab eine Sicherheitsgarantie für die Fans ab. „Es gibt kein Risiko für die Besucher. Nicht das geringste Risiko“, sagte die Staatschefin bei ihrer täglichen Pressekonferenz auf die Frage, welche Garantien sie geben könne, damit die Spiele wie geplant in Mexiko ausgetragen werden können. „Alle Garantien sind gegeben.“

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Auch Gianni Infantino müht sich um Relativierung und Gelassenheit. „Ich bin sehr ruhig“, sagte der Fifa-Boss am Dienstagabend: „Alles läuft sehr gut, alles wird fantastisch sein.“ Es ist sein Mantra, aktuell jedoch ohne Grundlage.

Die WM wird bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgespielt und am 11. Juni mit dem Duell Südafrika gegen Mexiko in Mexiko-City eröffnet. Insgesamt sollen 13 WM-Begegnungen in Mexiko ausgetragen werden. Zudem wollen mehrere Teams ihr Quartier in Mexiko aufschlagen.

Andreas Rettigs Vorfreude auf WM getrübt

Nach der Festnahme von Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ am Sonntag hatten Kämpfer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) in mehreren Bundesstaaten Straßensperren errichtet, Autos in Brand gesteckt und Geschäfte angegriffen.

Bei dem Zugriff und anschließenden Gefechten kamen 74 Menschen ums Leben. Auch Kartellchef „El Mencho“ erlag seinen Verletzungen. Anschließend wurden 10.000 Soldaten entsandt. Allein in Jalisco, dem Epi-Zentrum der Unruhen, werden knapp 13.000 Menschen vermisst. Und von der Gewalteskalation auf den Straßen ist auch der Fußball betroffen. Es kam zu zahlreichen Spielabsagen.

Dass die Auseinandersetzungen rasch enden, gilt als unwahrscheinlich. In der Vergangenheit war es nach Aktionen gegen den organisierten Drogenhandel meist zu langwierigen und gewalttätigen Machtkämpfen bei den Kartellen gekommen.

„Es bleibt zu hoffen, dass sich diese kriegsähnliche Situation schnell entspannt und es nicht zu einer weiteren Eskalation kommt“, sagte Andreas Rettig in der „Augsburger Allgemeinen“: „Meine Gedanken sind bei allen Mexikanerinnen und Mexikanern, die unter den Unruhen leiden.“ Auf die Frage, ob er Vorfreude auf die Endrunde verspüre, antwortete der DFB-Geschäftsführer: „Wenn ich ehrlich bin, aktuell nicht.“

Und auch die deutsche Politik beschäftigt sich – aller Beschwichtigungen zum Trotz – mit der Frage, inwieweit in Mexiko in diesem Sommer eine sportliche Großveranstaltung stattfinden kann. „Die Fifa muss in Zusammenarbeit mit den Regierungen Kanadas, der USA und Mexikos sicherstellen, dass Fans nicht gefährdet und die Sicherheitsvorgaben durch die Gastgeberländer eingehalten werden“, sagte Christoph Ploß (CDU), Tourismuskoordinator der Bundesregierung, dem „Handelsblatt“.

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