Sichtbare Zeichen auf der großen Bühne statt stiller Boykott: Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch ruft die paralympischen Athleten zum Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge auf.

Der Ukrainer erklärte vor dem Start der Paralympics, die am Freitag in Verona eröffnet werden, warum er dabei einen Boykott der Wettkämpfe nicht für den besten Weg hält. „Wenn wir die Bühne verlassen, überlassen wir sie Russland. Das ist meine größte Sorge. Deshalb glaube ich eher an sichtbaren Protest“, sagte Heraskewytsch der „Bild“ und WELT. „Unsere Athleten sollten im Wettkampf zeigen, dass sie damit nicht einverstanden sind.“

Hintergrund ist, dass das Internationale Paralympische Komitee (IPC) im vergangenen September entschieden hatte, die Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und seines Verbündeten Belarus aufzuheben. Die Athleten aus beiden Ländern dürfen demnach wieder unter ihrer Landesfahne starten. Aus Protest wird das deutsche Team bei der Eröffnungsfeier nicht an der Athletenparade der Nationen teilnehmen. Zuvor hatten die Ukraine und Estland angekündigt, der Eröffnungsfeier komplett fernbleiben zu wollen.

Bei den Olympischen Winterspielen kurz zuvor in Mailand und Cortina war hingegen ein Start nur von Einzelsportlern aus Russland und nur im neutralen Status möglich gewesen.

Der 27 Jahre alte Heraskewytsch war bei diesen Spielen kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom IOC untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigt die Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine ums Leben gekommen sind.

Heraskewytsch will 2030 eine Olympiamedaille holen

Der Fall schlug hohe Wellen, Bilder der IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, die den Skeletoni in Cortina noch umzustimmen versuchte und in einem Interview nach dem Ausschluss in Tränen aufgelöst war, gingen um die Welt.

Heraskewytsch will sich nun in verschiedenen Projekten weiter bei dem Thema engagieren und auch vor Gericht weiterkämpfen. „Wir werden juristisch weiter gegen meine Disqualifikation vorgehen“, sagte der Skeleton-Pilot. Sein Ziel: „Ich trete 2030 mit meinem Helm bei den Winterspielen in Frankreich an und hole dort eine Medaille.“

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