Die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde fehlte Emma Aicher am Ende zum Sieg. Dennoch: Die 22-Jährige hat mit ihrem Podestplatz in der Abfahrt von Val die Fassa einen weiteren großen Schritt hin zum Gewinn der Abfahrts-Gesamtwertung geschafft.

Die derzeit beste deutsche Alpin-Athletin musste sich nur der Italienerin Laura Pirovano geschlagen geben. Dritte wurde Olympiasiegerin und Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA (+0,29 Sekunden) vor Aichers Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann (+0,32).

Vor dem Rennen hatte Aicher als Zweitplatzierte des Disziplin-Weltcups noch 94 Zähler Rückstand auf Lindsey Vonn gehabt – jetzt sind es noch 14. Die Amerikanerin kann nach ihrer komplexen Schienbeinverletzung, die sie sich bei einem fatalen Sturz im olympischen Abfahrtsrennen zugezogen hatte, die weiteren Saisonrennen nur aus der Ferne verfolgen. Der Arzt, so sagte Vonn kürzlich, habe ihr Bein sogar vor einer Amputation bewahrt.

Bei jenem Abfahrtsrennen in Cortina hatte Aicher im Februar mit Olympiasilber für die erste Medaille der deutschen Mannschaft gesorgt – und Gold nur um 0,04 Sekunden verpasst. Danach gewann sie auch in der Team-Kombination an der Seite von Kira Weidle-Winkelmann Silber – dort fehlten 0,05 Sekunden zum Olympiasieg.

Bereits am Samstag (10.45 Uhr/ZDF und Eurosport) kann Aicher nun bei der zweiten Abfahrt in Val di Fassa die Führung in der Disziplin-Wertung von Vonn übernehmen und sogar den Sieg rechnerisch perfekt machen: Hinter ihr folgen Pirovano mit 50 und Weidle-Winkelmann mit 80 Punkten Rückstand.

Angriff auf die große Kristallkugel und Mikaela Shiffrin

Falls Aicher ihre Form hält und weiter derart stark punktet, ist sogar noch der ganz große Coup in der Gesamtwertung möglich: Dort nämlich rückte sie jetzt auf den zweiten Platz hinter Mikaela Shiffrin vor – zu dem US-Star fehlen der Deutschen noch 139 Punkte. Weil Shiffrin bei den beiden Abfahrten und dem Super-G in Val di Fassa nicht antritt, könnte Aicher theoretisch sogar als Führende im Ringen um die große Kristallkugel aus diesem Speed-Wochenende hervorgehen.

Shiffrin müsste dann vor allem in den verbleibenden zwei Slalomrennen und den zwei Riesenslaloms punkten – allerdings gehört Aicher auch in den technischen Disziplinen inzwischen zur Weltspitze. Damit deutet sich ein Showdown beim Weltcup-Finale Ende März in Lillehammer an.

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