Die eklatante Fehldiagnose bei Superstar Mbappé
Im französischen Fußball ist mittlerweile vom „Knie der Nation“ die Rede, wenn es bei Kylian Mbappé im Gelenk mal wieder zwickt und zwackt. Probleme mit dem linken Knie begleiten den Superstar von Real Madrid seit Monaten immer mal wieder. Wie man nun weiß, kommt das wohl nicht von ungefähr. Es könnte von einer eklatanten Diagnose herrühren.
Rückblick auf den 7. Dezember. Nach Reals Ligaspiel gegen Celta Vigo klagte der französische Nationalstürmer über Probleme mit dem linken Knie. Im Trainerstab soll die Annahme vorgeherrscht haben, die Schmerzen würden daher rühren, weil Mbappé einen Schlag auf das Knie bekommen habe. Laut eines Berichts von „The Athletic“ (gehört zur „New York Times“) soll es dann zu einer hanebüchenen Untersuchung gekommen sein.
Bei dem 27 Jahre alten Angreifer wurde wegen der anhaltenden Probleme am Knie eine MRT-Untersuchung veranlasst. Ergebnis: alles in Ordnung, nichts lädiert. Das Problem soll aber gewesen sein, dass die Ärzte wohl das falsche Bein untersucht haben, also das rechte statt das linke Knie. Sie sollen Klub und Spieler mit auf den Weg gegeben haben, dass Mbappé deswegen ohne große Bedenken spielen könne.
„Für Real Madrid ist es eine absolute Schande“
Schon vor dem „Athletic“-Bericht hatte der französische Journalist Daniel Riolo den Vorfall thematisiert und bei RMC Sport verkündet, dass das verantwortliche medizinische Personal in Madrid entlassen worden sei. „Für Real ist es eine absolute Schande, was da passiert ist“, hatte Riolo in der Sendung „L'After Foot“ gesagt. Mittlerweile greift auch die Real Madrid nahestehende spanische Zeitung „Marca“ die Vorgänge auf.
Mbappé blieb jedenfalls trotz vermeintlich positivem Befund am 10. Dezember in der Gruppenpartie der Champions League gegen Manchester United nur auf der Bank. Danach aber bestritt er bis zur Winterpause drei Pflichtspiele über die volle Distanz, das letzte am 20. Dezember, hatte aber anscheinend Zweifel, ob das klug sei. Zwar stellte er dadurch den Vereinsrekord von Cristiano Ronaldo mit 59 Toren in einem Kalenderjahr ein, der Schmerz soll bei ihm allerdings immer mitgespielt haben.
Mbappé habe den Berichten zufolge deswegen eine medizinische Zweitmeinung bei einem Spezialisten in seiner Heimatstadt Paris eingeholt und schlussendlich soll auch beim medizinischen Stab in Madrid erkannt worden sein, dass ein Fehler gemacht worden sei. Eine weitere Untersuchung seines Beins, dieses Mal des linken, soll dann laut „The Athletic“ einen teilweisen Riss des hinteren Kreuzbands ergeben haben.
Als Mbappé am 30. Dezember nach der Weihnachtspause ins Training zurückkehrte, sah man, wie er sich beim Gespräch mit dem medizinischen Stab an sein linkes Knie fasste. Einen Tag später veröffentlichte Real Madrid einen medizinischen Bericht mit der Diagnose einer Knieverstauchung – und fügte hinzu, dass ein „konservativer“ Genesungsplan verfolgt werde.
Ein Mitarbeiter des Madrider Klubs berichtete demnach bereits im Februar, dass sich Mbappé an manchen Tagen gut gefühlt habe, an anderen hingegen Schmerzen gehabt habe, was erklären würde, warum er seit dem ersten Auftreten des Problems mehrere Einsätze absolvieren konnte. Eine weitere Quelle berichtete, das Knie habe keine Anzeichen von Instabilität gezeigt, sodass sein Einsatz als risikolos eingestuft wurde, solange der Schmerz nicht übermächtig werde.
Immer wieder aber wurde der Star fortan durch Knieprobleme ausgebremst: in der Liga Anfang Januar und in der kompletten ersten Märzhälfte, auch in der Supercopa am 8. Januar gegen Atlético Madrid sowie in der Champions League gegen Benfica Lissabon (25. Februar) und zuletzt am 11. März gegen Manchester City.
„Ich war nicht gerade der glücklichste Spieler der Welt“, sagt Mbappé
Mit Blick auf seine Schwierigkeiten wurde Mbappé jüngst in französischen Medien so zitiert: „Die Diagnose wurde mir an einem bestimmten Tag mitgeteilt, den ich im Moment nicht nennen kann. Ich bin durch diese Phase nicht gerade optimal durchgekommen, ich war nicht gerade der glücklichste Spieler der Welt.“
Mittlerweile aber scheint das Gröbste überwunden. „Mein Knie ist in Ordnung. Es wird besser“, sagte er Montag: „Ich habe mich zu hundert Prozent erholt. Ich hatte in Paris die Gelegenheit, eine fundierte Diagnose zu erhalten. Und gemeinsam konnten wir einen Plan ausarbeiten, um bei Real Madrid und auch im Vorfeld der WM wieder mein bestes Niveau zu erreichen.“
Mbappé wurde für die Testspiele der französischen Nationalmannschaft nominiert. Donnerstag tritt das Team in Boston gegen Brasilien an (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT), Sonntag gegen Kolumbien in Washington (21.00 Uhr, ebenfalls im Sport-Ticker der WELT). Kommt nichts dazwischen, muss also auch der FC Bayern mit dem Abwehrschreck im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am 7. April in Madrid rechnen.
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