„Darf ich noch was sagen?“ – am ARD-Mikrofon wendet sich Undav an die deutsche Fußballnation
Es war viel über seine Rolle diskutiert worden. Und daran dürfte sich wohl bis zur WM auch kaum etwas ändern. Beim 4:3 drei Tage zuvor in der Schweiz war Deniz Undav vom Bundestrainer gar nicht berücksichtigt worden. Gegen Ghana ließ ihn Julian Nagelsmann immerhin nach der Pause ran – und sein Spieler nutzte die 45 Minuten zu maximaler Eigenwerbung.
Der Stürmer genoss die Glückwünsche und Schulterklopfer der Teamkollegen, mit denen der deutsche Matchwinner dann glücklich auf die Ehrenrunde ging. Auf den Rängen riefen die Fans seinen Namen. Der Stuttgarter Angreifer hatte dem DFB-Team mit seinem späten Tor in der 88. Minute im zweiten WM-Test des Jahres beim 2:1 (1:1) gegen Ghana den Sieg beschert.
„Es war ähnlich wie es in Stuttgart oft ist“, sagte Nagelsmann: „Er hat nicht viele Aktionen. Bis dahin glaube ich keine. Aber dann ist er da und macht das Tor. Und den macht er schon gut. Der ist nicht so leicht.“
Der Bundestrainer hatte vor dem Spiel durchblicken lassen, dass er Undav eher in der Joker-Rolle sehe. Ganz im Gegensatz zum Stuttgarter Publikum, das den VfB-Angreifer schon während der ersten Halbzeit mit Sprechchören feierte und für einen Einsatz forderte.
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„War krass zu hören, wie die Fans hinter mir stehen. Ich genieße das. Es ist ein perfekter Abend gewesen. Sieg geholt, entscheidendes Tor gemacht. Top“, sagte Undav, der seinen Status bis zum WM-Auftakt nur allzu gern noch verändern würde: „Ich hatte ein Gespräch mit dem Bundestrainer und kenne meine Rolle. Ich versuche meine Rolle einfach zu akzeptieren, Gas zu geben für die Mannschaft, Tore zu machen. Das ist das Wichtigste“, so Undav.
Undavs Plädoyer für Sané
Das Interview mit ARD-Moderator Alex Schlüter war eigentlich bereits beendet, als der Stürmer noch einmal das Mikrofon haben wollte: „Darf ich noch was sagen?“
Schlüter bejahte und überließ dem Mann des Abends die Bühne. „Ich fand es schön von den Fans, wie die mich bejubelt haben. Danke noch mal dafür“, sagte er, lenkte das Augenmerk aber auf meinen Mannschaftskollegen: „Aber ich hoffe und ich bitte jeden Fan, dass wenn Leroy oder ein anderer Spieler beim nächsten Mal reinkommt, dass man da nicht buht.“
Kein Publikumsliebling: Leroy Sané wurde in Stuttgart ausgepfiffenDas Stuttgarter Publikum hatte die Einwechslung des Profis von Galatasaray Istanbul mit Pfiffen und Buh-Rufen kommentiert. Auch während des Spiels setzten sich die Schmähungen fort, wenn der ehemalige Bayern-Spieler am Ball war.
„Egal, was ein Spieler macht, wie er ist, man sollte hinter der Mannschaft stehen. Das ist wichtig, dass wir als Mannschaft und mit den Fans zusammen eine Einheit werden“, führte Undav weiter aus: „Und ich hoffe, dass es beim nächsten Spiel oder beim Turnier dann nicht mehr so sein wird. Fand ich schade, weil im Endeffekt sind wir eine Mannschaft. Und Leroy gehört dazu wie jeder andere Staff-Member. Und ich hoffe, beim nächsten Mal supporten wir ihn auch.“
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