Es ist seit Jahren der große Kritikpunkt an der Darts Premier League: Woche für Woche dieselben Gesichter, dieselben Spieler, die sich in den immer gleichen Duellen gegenüberstehen. Dem Einladungsturnier, das sich von Anfang Februar bis Ende Mai über 17 Spieltage quer durch Europa zieht, fehle es an Abwechslung und sportlicher Relevanz. Zwar bedeutet die Teilnahme für die acht Spieler einen großen Zahltag, auf die Ranglisten haben die Ergebnisse aber keine Auswirkungen. Es ist eine Show, neben dem Geld geht es allenfalls um Prestige.

Für einen der acht Top-Spieler war das nun anders: Luke Littler. Dem Weltmeister ging es in Manchester um viel. Der 9. Spieltag sollte sein Spieltag werden. „Dort will ich unbedingt gewinnen“, hatte er bereits bei seinem Spieltagsieg in der Vorwoche in Berlin erklärt.

Der 19-Jährige ist in Warrington, 15 Kilometer westlich von Manchester, geboren und aufgewachsen. Zudem ist er glühender United-Fan und vermittelte mit Blick auf sein bevorstehendes Heimspiel den Eindruck, dass der Triumph inmitten seiner beeindruckenden Siegesserie auf der Tour ein ganz besonderer sein würde.

Man sollte darum wissen, um das Geschehen des Abends einordnen zu können. Zwar ging der Spieltag an den herausragend spielenden Waliser Gerwyn Price, doch Littler war trotz seiner überraschenden Auftaktniederlage in der Hauptrolle.

Littlers Unsportlichkeit wird bestraft

In seinem Viertelfinale hatte er gegen Gian van Veen bereits 1:4 und 3:5 zurückgelegen und im neunten Leg einen Matchdart auf der Doppel-16 überstanden, sich mit dem 5:5-Ausgleich aber in den Decider retten können. Van Veen stand im entscheidenden elften Durchgang bei 90 Rest, als Littler das 134er-Checkout auf der Doppel-7 ausließ.

Es war eng, hochspannend – und wurde nun auch unnötig hitzig. Van Veen schilderte das, was folgte, später so: „Ich habe die Triple-20 getroffen und dann die Doppel-15 auf der Innenseite verfehlt. Ich habe mich etwas umgedreht, weil ich enttäuscht war, dass ich das Doppel nicht getroffen habe. Dann schaue ich hoch und sehe Luke Littler, wie er feiert, weil ich verfehlt habe. Ich denke, das ist nicht normal. Ja, man ist da oben alleine, aber man jubelt nicht, wenn dein Gegner verfehlt.“

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Der Niederländer blieb ruhig, quittierte den unsportlichen Jubel mit Verwunderung und leichtem Kopfschütteln. Dies wiederum veranlasste Littler zu ausfallenden Gesten und er stempelte seinen Gegner als Heulsuse ab. Der Engländer stachelte zudem die Fans an.

Sportlich half es ihm nicht. Er verfehlte die Doppel-7 einmal außen und einmal innen. Van Veen checkte anschließend zwölf Punkte zum Sieg. „Dann sehe ich, wie er weinerliche Baby-Gesten in meine Richtung macht, das macht man einfach nicht. Er ist ein fantastischer Dartsspieler, aber ich glaube, an diesem Abend hat er sich echt danebenbenommen“, kommentierte van Veen später bei Viaplay.

Keinen Blick für den Gegner: Luke Littler (rechts) nach seiner Niederlage gegen Gian Van Veen

Littler reagierte auf seine Art, postete bei Instagram zunächst eine Liste seiner größten Erfolge und kommentierte van Veens Zitate mit drei lachenden Smileys. Die Tabelle der Premier League führt er auch nach dem neunten Spieltag weiter an. Auf Platz zwei folgt nun Price, der im Halbfinale gegen Stephen Bunting einen Average von 112,91 spielte und auch das Finale gegen van Veen mit 6:2 für sich entschied.

Premier League, 9. Spieltag, Ergebnisse

Viertelfinale

  • Michael van Gerwen (NED) – Stephen Bunting (ENG) 3:6
  • Gerwyn Price (WAL) –Luke Humphries (ENG) 6:2
  • Gian van Veen (NED) – Luke Littler (ENG) 6:5
  • Jonny Clayton (WAL) – Josh Rock (NIR) 4:6

Halbfinale

  • Stephen Bunting (ENG) – Gerwyn Price (WAL) 2:6
  • Gian van Veen (NED) – Josh Rock (NIR) 6:3

Finale

  • Gerwyn Price (WAL) – Gian van Veen (NED) 6:2

Tabelle

  1. Luke Littler (ENG) 21 Punkte
  2. Gerwyn Price (WAL) 19
  3. Jonny Clayton (WAL) 19
  4. Michael van Gerwen (NED) 13
  5. Gian van Veen (NED) 12
  6. Luke Humphries (ENG) 11
  7. Stephen Bunting (ENG) 9
  8. Josh Rock (NIR) 4

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