Die Zahlen sind besorgniserregend. Bei der 3:6-Niederlage in Leverkusen gab der VfL Wolfsburg in dieser bereits die Punkte 29, 30 und 31 nach einer Führung ab. Zudem blieben die Niedersachsen erstmals in der Vereinsgeschichte auch im elften Rückrundenspiel sieglos, holte nur drei von 33 möglichen Punkten und beklagen bereits 62 Gegentreffer. So viele waren es bei den Wölfen noch nie – am Saisonende wohlgemerkt.

„Dieses Spiel hat drei Geschichten“, sortierte Dieter Hecking nach dem Abpfiff die 90 Minuten: „Der erste, dass wir eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt haben. So wie wir uns das vorgenommen haben. Daraus resultiert dann eine 3:1-Führung. Ärgerlich, dass wir dann kurz vor der Halbzeit das 2:3 kriegen. Das hat natürlich Leverkusen sofort wieder beflügelt nach der Halbzeit.“

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Die zweite Spielstory des Wolfsburger Cheftrainers war weniger erfreulich: „Was mich ärgert, ist dann, wie wir aus der Halbzeit rauskommen. Wir haben uns tief gestellt, das wollten wir nicht. Wir wurden zu passiv. Und nach dem 3:3 hat man das Gefühl gehabt, dass Leverkusen uns erdrücken kann. Es war dann zu einfach, wie wir die Gegentore kriegen. Und das kann uns natürlich nicht gefallen. Die zweite Halbzeit muss man sehr kritisch analysieren.“

Hecking fordert den Platzverweis gegen Tapsoba

Was Hecking aber nach der siebten Saisonniederlage nach Führung noch mehr wurmte, hatte nichts mit seiner eigenen Mannschaft zu tun. „Die dritte Geschichte ist die Schiedsrichterleistung, die aus meiner Sicht heute leider nicht bundesligareif war“, urteilte er und bezog sich dabei nicht nur auf die Situation vor dem ersten Gegentreffer, den Alejandro Grimaldo mit einem mehr als fragwürdigen Elfmeter (30.) erzielte. „Es ist nicht eine Szene, es sind mehrere: Das ist die Elfmetersituation, wo er sich sofort total sicher ist. Bei unserem Elfmeter braucht er den Video-Assistenten.“

Christian Eriksen erhöhte mit dem zweiten Elfmeter der Partie (38.) auf 3:1 für Wolfsburg, nachdem zuvor Jonas Wind (16. Minute) und Joakim Maehle (31.) getroffen hatten. Eine spielentscheidende Szene sei kurz darauf erfolgt, wie Hecking kritisierte: „Dann ist ein Ellbogencheck von Tapsoba an der Mittellinie gegen Jonas Wind, wo er mit Gelb-Rot hätte vom Platz gehen müssen. Der Spieler schießt übrigens das 4:3. Dann haben wir vor dem 4:3 eine Szene im Strafraum, wo ein Leverkusener Spieler einfach in Vavro hineinläuft, ihn klar umrammt. Das wird nicht vom VAR geahndet.“

Tor statt Platzverweis: Edmond Tapsoba traf für Bayer Leverkusen zum 4:3

Nach der Pause traf Joker Patrik Schick per Strafstoß zum 3:3 (53.), ehe Edmond Tapsoba (68.), Ibrahim Maza (73.) und Malik Tillman (90.+6) die Partie für Leverkusen entschieden. Wolfsburg bleibt nach dem 28. Spieltag damit mindestens drei Punkte hinter dem FC St. Pauli Tabellenvorletzter.

Vor allem der nicht gegebene Platzverweis gegen Tapsoba erzürnte Hecking: „Den Ellbogencheck muss ich einfach sehen. Wird nicht gesehen. Dadurch ist ein Spieler auf dem Platz, der nicht mehr auf dem Platz hätte sein dürfen. Dann spielst du elf gegen zehn beim Stand von 3:1“, führte Hecking fort, ohne allerdings die schwache Leistung seiner Mannschaft nach der Pause zu ignorieren: „Ich will mich darauf nicht einschießen. Das gehört dazu. So wie wir zweite Halbzeit gespielt haben, ist es nicht in Ordnung. Das geht so nicht. Aber leider haben wir uns heute in der einen oder anderen Situation nicht gut gefühlt.“

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