Es dauerte nicht lange, bis Monica Seles einen unschönen Spitznamen verpasst bekam. Die Dauerrivalin von Steffi Graf wurde als „Stöhnica“ Seles verspottet. Schließlich war sie es, die das laute Ächzen auf die Tennisplätze der Welt brachte. „Uff, aüüüüüü und hmmmpf“ ist auf den Tennis-Courts von Wimbledon bis Flushing Meadows längst salonfähig und „Stöhnica“ wieder Monica. 

Und doch sorgt das Gestöhne immer mal wieder für Aufregung. Wie zuletzt beim Turnier in München, als Artur Rinderknech gegen den Amerikaner Alex Michelsen in der ersten Runde antrat. Der Franzose kämpfte mit allen Mitteln um den Sieg, auch mit akustischen.

Er stöhnte, wie es eben so üblich ist, bei jedem Schlag. Aber: Das Stöhnen des Franzosen passte nicht zum Schlagrhythmus. Das verkrampfte „Hmmmpf“ verließ immer erst seinen Mund, als der Ball schon über dem Netz war. 

Ein bisschen wie in der Ü18-Abteilung

Michelsens Vorwurf: Das zeitversetzte Stöhnen solle ihn aus dem Konzept bringen. Dies adressierte er auch beim Schiedsrichter: „Er macht es bei jedem Schlag, das ist verrückt.“ Um es zu bekräftigen, imitierte er seinen Gegner. Es half nichts, der Schiedsrichter verbot Rinderknech nicht den Mund – der Franzose stöhnte sich zum Erstrundensieg.

Stöhnen, das zeitversetzt zur überschaubaren Handlung ertönt und gespielt wirkt: Ein Schelm, der jetzt an schlecht synchronisierte und billig produzierte Filme denkt, die früher, als es noch Videotheken gab, hinter einem Vorhang in der Ü18-Abteilung versteckt waren.

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