Werders Duell gegen den HSV kommt die Bremer schon jetzt teuer zu stehen
Aus einsatztaktischen Gründen ist nicht offiziell bekannt, wie stark die Polizei-Armada an diesem Samstag Werder Bremens Bundesligaauftritt absichern wird, um Schlimmes zu verhindern. Fakt ist, dass deutlich mehr Beamte im Einsatz sein werden, als bei normalen Bundesligabegegnungen vonnöten sind. Man werde „mit deutlich verstärkten Kräften im Einsatz sein“, sagte ein Polizeisprecher.
Durchgedrungen ist, dass etwa Polizisten aus Niedersachsen, Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern an diesem Nachmittag helfen sollen, das Nordderby gegen den HSV zu sichern (15.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT). Nach Informationen des Bremer Wirtschaftsressorts werde das Weser-Stadion seit mehreren Tagen rund um die Uhr bewacht.
Ein deutlich größerer Einsatz ist bei sogenannten Risikospielen in der Fußball-Bundesliga üblich. Besonders ist an diesem Spiel nur, dass Werder als einziger deutscher Profiklub diese zusätzlichen Polizeikosten am Ende bezahlen muss.
„In Bremen entstehen zusätzliche Kosten, die so in dieser Form an anderen Standorten nicht anfallen“, sagte Werder-Geschäftsführer Tarek Brauer dem Multimediaportal „Deichstube“. „Das führt zu einem Wettbewerbsnachteil, der aus unserer Sicht nicht allein von einem Klub getragen werden sollte.“
Werder Bremen ist bislang neunmal zur Kasse gebeten worden
Hintergrund ist, dass nur in diesem Bundesland in einem Gebühren- und Beitragsgesetz festgehalten ist, dass Bremen der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Mehrkosten für zusätzliche Polizeieinsätze in Rechnung stellen darf. Und die DFL reicht diese Gebührenbescheide dann stets an Werder weiter.
Das Bundesverfassungsgericht hat diese Praxis 2025 nach jahrelangen Verfahren für rechtmäßig erklärt. Andere Bundesländer nutzen sie nach wie vor nicht aus. In Bremen wird sie auch von der neuen Innensenatorin Eva Högl (SPD) durchgesetzt, die im Januar auf ihren Parteikollegen Ulrich Mäurer folgte. Der hatte den Rechtsstreit mit der DFL einst begonnen. Als eine Folge davon musste Werder seit 2015 nach insgesamt neun Risikospielen Kosten zwischen 200.000 und 450.000 Euro pro Partie bezahlen.
„Die Kosten für die Polizeieinsätze unterscheiden sich im Einzelfall, je nach Aufwand. In der Vergangenheit beliefen sich die Mehrkosten auf sechsstellige Beträge“, erklärte ein Bremer Polizeisprecher auf Nachfrage: „Die konkret angefallenen Kosten lassen sich erst im Nachgang bestimmen, wenn alle Rechnungen – also auch solche der unterstützenden Polizeien anderer Länder – bei uns eingegangen sind. Die Kosten schwanken, je nachdem, woher die unterstützenden Polizeien anreisen, wie die Fans anreisen und ob sie durch die Stadt ziehen oder direkt am Stadion ankommen, ob und in welchem Umfang Gewaltbereitschaft besteht, oder wie sich die Tabellensituation darstellt.“
In der Woche hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Bremer Beamten „nach derzeitigem Stand Unterstützung von Einsatzkräften aus Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Thüringen, Niedersachsen und der Bundespolizei erhält“.
Fans müssen sich zudem auf Einschränkungen einstellen: Der Weg am Weserufer ist an diesem Samstagnachmittag etwa ab der Sankt-Jürgen-Straße bis zum Stadion für Heimfans gesperrt. Dazu werden in diesem Bereich Absperrgitter aufgebaut. Der Osterdeich wird für Autos zwischen Sielwall und Stader Straße etwa zweieinhalb Stunden vor und etwa eine Stunde nach Spielende gesperrt sein.
Damit die Kosten im Nachgang nicht noch weiter ausufern, hat Werder Bremen selbst seine Maßnahmen verschärft. Der Verein möchte verhindern, dass Pyrotechnik im Stadion abgefackelt wird. Die Ordner sollen noch verstärkter bei den Einlasskontrollen auf mitgebrachte Böller, Raketen oder ähnliches achten. Denn dann könnte es auch wieder eine DFB-Strafe für Fan-Pyros geben. Für fünf Böller, einen Heuler, 237 bengalische Feuer sowie 16 Raketen musste Werder nach dem Hinspiel (2:3) beim HSV eine Rekordstrafe von 260.000 Euro zahlen.
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